Ärztliche Allgemeine, 12.12.2005

Kolorektales Karzinom

Neue Therapieprotokolle und Substanzen haben Fortschritte auch beim fortgeschrittenen kolorektalen Karzinom gebracht. Lange Zeit galt die adjuvante Chemotherapie, also nach der Op, mit 5-Fluorouracil (5-FU) plus Folinsäure als Standard in der Behandlung bei Patienten mit Kolonkarzinom. Inzwischen wurde die Dreier-Kombination mit zusätzlich Oxaliplatin oder Irinotecan zum neuen Standard in der adjuvanten Therapie.

Seit einiger Zeit gibt es auch die 5-FU-Prodrugs Capecitabin und Tegafur/Uracil, zwei besser verträgliche und - weil oral verabreichbar - auch patientenfreundlichere Alternativen. Darüber hinaus wurden die Behandlungsmöglichkeiten durch neue Substanzen wie die Antikörper Cetuximab und Bevacizumab erweitert.

In einer Phase-2-Studie wurde vor kurzem Cetuximab plus der Chemotherapie aus Oxaliplatin, Folinsäure und 5-FU in der Primärtherapie geprüft und gut vertragen. In der Zweitlinientherapie ist der Antikörper bei Patienten, deren Tumorzellen den Rezeptor für den Wachstumsfaktor EGF tragen, in Kombination mit Irinotecan bereits zugelassen. Im Vergleich zur Monotherapie mit Cetuximab leben Patienten nach einer Kombinationstherapie Cetuximab plus Irinotecan im Schnitt mit achteinhalb Monaten fast zwei Monate länger.

Der lebensverlängernde Angiogenese-Hemmer Bevacizumab ist inzwischen für die Erstlinien-Therapie in Kombination mit 5-FU/Folinsäure als Infusion oder 5-FU/FS plus Irinotecan zugelassen. Auch die Kombination des Antikörpers mit Oxaliplatin und Capecitabin ist für die Krebspatienten möglicherweise von Nutzen: Den Ergebnissen einer Phase-2-Studie zufolge leben die Patienten damit fast ein Jahr lang progressionsfrei, das bislang beste Therapieergebnis.

Inzwischen wird auch die Kombination der beiden Antikörper Cetuximab und Bevacizumab beim Kolorektal-Ca geprüft, mit ersten ermutigenden Ergebnissen. Einer Phase-2-Studie zufolge liegt die Ansprechrate im Vergleich zur Monotherapie mit Cetuximab oder zur Zweierkombination Cetuximab/Irinotecan bei der Kombination Cetuximab/Bevacizumab/Irinotecan mit 38 Prozent um 17 Prozentpunkte höher. (ple)

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