Ärzte Zeitung, 24.08.2006

Kombi-Behandlung bessert Prognose von Darmkrebs-Patienten

Chemotherapien werden mit Antikörpern kombiniert

BERLIN (ugr). Innovative Therapien, bei denen Chemotherapien mit Antikörpern kombiniert werden, verbessern die Aussichten für Darmkrebspatienten erheblich. Vor allem, wenn es gelingt, durch eine neoadjuvante Therapie Lebermetastasen resektabel zu machen, können deutlich gesteigerte Fünf-Jahres-Überlebensraten erzielt werden.

Therapie-Standard bei fortgeschrittenem Kolonkarzinom sind inzwischen die als FOLFIRI und FOLFOX bekannt gewordenen Chemo-Kombinationen, wie Dr. Ralf-Dieter Hofheinz von der Universitätsklinik Mannheim sagte.

FOLFIRI besteht aus dem Topoisomerase-Hemmer Irinotecan (Campto®), kombiniert mit 5-Fluorouracil (5-FU) und Folinsäure. Beim FOLFOX-Schema wird Irinotecan durch Oxaliplatin ersetzt. "So läßt sich das mediane Überleben auf 20 Monate steigern", sagte Hofheinz bei einer von dem Unternehmen Pfizer ausgerichteten Veranstaltung in Berlin.

    Ansprechrate steigt von 35 Prozent auf 45 Prozent.
   

Signifikant höhere Ansprechraten lassen sich erzielen, wenn die Antikörper Bevacizumab oder Cetuximab mit dem Zytostatika-Schema kombiniert werden. Komplettes Ansprechen bedeutet dabei kompletter Rückgang des Tumors für mindestens vier Wochen. Bei partiellem Ansprechen verkleinert sich der Tumor mindestens um 50 Prozent für mindestens vier Wochen.

In einer Phase-III-Studie mit 828 Patienten, die metastasiertes Kolorektal-Ca hatten und zuvor nicht behandelt worden waren, steigerte die zusätzliche Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Bevacizumab die Gesamtansprechrate von etwa 35 auf 45 Prozent, die partielle Ansprechrate von 33 auf über 41 Prozent. Die Dauer des Ansprechens stieg von etwa sieben auf über zehn Monate. Nach eineinhalb Jahren war bei 30 Prozent der Patienten die Erkrankung nicht fortgeschritten.

Durch die Zusatztherapie lag das mediane Überleben bei 32 statt bei 30 Monaten. Ähnliche Ergebnisse konnten mit zusätzlichem Cetuximab statt mit Bevacizumab erzielt werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »