Ärzte Zeitung, 18.09.2008

Die Substanz


Gewinner des Prix Galien Italien 2005, des Prix Galien Spanien 2005 und des Prix Galien Frankreich 2007. Kandidat für den Prix Galien International 2008.
Hier stellt sich der Kandidat vor.

Cetuximab hat die Therapie bei Darmkrebs vorangebracht

Cetuximab ist der erste monoklonale Antikörper gegen EGF-Rezeptoren auf Tumoren.

Das intravenös verabreichte Cetuximab (Erbitux®) von Merck Serono ist der erste monoklonale Antikörper vom Typ IgG1, der gezielt den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) blockiert. Der Antikörper wurde zuerst 2004 zur Therapie von Patienten mit Rezeptor-positivem metastasierenden und therapierefraktären Kolorektal-Ca zugelassen.

Es folgte dann 2006 die Zulassung zur Therapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithel-Ca im Kopf-Hals-Bereich. Seit Juli 2008 ist Cetuximab für die Therapie von Patienten mit EGFR-exprimierendem, metastasiertem kolorektalen KRAS- Wildtyp-Karzinom in Kombination mit Chemotherapie, einschließlich Erstlinientherapie, zugelassen. Zudem ist es zur Monotherapie bei Darmkrebspatienten zugelassen, die auf eine Oxaliplatin- und Irinotecan-haltige Chemotherapie nicht angesprochen haben und Irinotecan nicht vertragen.

Der EGF-Rezeptor, an den Cetuximab bindet, wird bei bis zu 80 Prozent der Patienten mit Kolorektal-Karzinom auf Tumorzellen verstärkt exprimiert. Durch die spezifische Bindung wird die Aktivierung des Rezeptors und das nachgeschaltete Signalleitungssystem gehemmt. Die Folgen: Sowohl das Wandern der Tumorzellen in gesundes Gewebe als auch die Fernmetastasierung werden vermindert. Die Apoptose wird eingeleitet, das Tumorwachstum gehemmt.

Tumorwachstum und Metastasen werden wirksam verhindert.

Zudem vermuten Krebsforscher, dass auch die Fähigkeit der Krebszellen verringert wird, Schäden, die durch Chemotherapie und Radiatio entstehen, zu reparieren.

In der Erstzulassungsstudie BOND* mit mehr als 300 Irinotecan-refraktären Kolorektalkarzinom-Patienten war die Kombination von Cetuximab mit Irinotecan einer Monotherapie mit Cetuximab deutlich überlegen. Das lässt sich zum Beispiel daran ablesen, dass bei 55 Prozent der Patienten eine Remission oder zumindest eine Stabilisierung der Erkrankung erreicht wurde, mit der Monotherapie bei 32 Prozent. Die Patienten waren im Stadium IV der Krebserkrankung.

Bei den Patienten als klinisch relevant haben sich Mutationen im Gen KRAS erwiesen, die bei etwa 40 Prozent der Patienten vorkommen. Patienten mit nicht mutiertem KRAS-Gen sprachen Studien zufolge besonders auf eine Therapie mit Cetuximab und Standardchemotherapie an.

So lag in einer Studie die Ansprechrate bei Patienten mit unverändertem KRAS-Gen, die zusätzlich zur Chemotherapie Cetuximab erhielten, bei 59 Prozent, in der Gruppe, die nur die Chemotherapie erhielten, bei 43 Prozent. In einer weiteren Studie lagen die Werte bei 61 versus 37 Prozent.

Basis der Zulassung von Cetuximab bei Kopf-Hals-Tumoren war eine randomisierte Phase-III-Studie, in der die alleinige Strahlentherapie gegen eine Radiatio plus Cetuximab geprüft wurde. Das mediane Gesamtüberleben lag durch zusätzliche Therapie mit Cetuximab bei 49 Monaten, in der Vergleichsgruppe bei 29,3 Monaten.

*BOND: Bowel Oncology with Cetuximab Antibody

Weitere Beiträge zur Serie:
"Innovationen - Forschung in Deutschland und international"

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