Ärzte Zeitung, 18.09.2008

Praxis


Gewinner des Prix Galien Italien 2005, des Prix Galien Spanien 2005 und des Prix Galien Frankreich 2007. Kandidat für den Prix Galien International 2008.
Hier stellt sich der Kandidat vor.

Biomarker bestimmt den Erfolg der Behandlung

Onkologen plädieren vor einer Behandlung mit Cetuximab, den KRAS-Mutationsstatus zu bestimmen.

Patienten, die für die intravenöse Therapie mit Cetuximab (Erbitux®) in Frage kommen - etwa Darmkrebspatienten -, erhalten zunächst eine Infusion mit 400 mg/m2 der Arznei über einen Zeitraum von zwei Stunden. Danach wird die Behandlung wöchentlich mit einer Dosis von 250 mg/m2 fortgeführt.

Patienten mit einem metastasierten Kolorektal-Ca, die zuvor erfolglos eine Irinotecan-haltige Chemotherapie erhalten hatten, haben eine Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent, auf eine Therapie mit zusätzlich Cetuximab doch noch anzusprechen. "Damit ist dieser Antikörper ähnlich wirksam wie in derselben klinischen Situation Irinotecan oder Oxaliplatin", so Professor Claus-Henning Köhne vom Klinikum Oldenburg zur "Ärzte Zeitung". Inzwischen ist Cetuximab auch zur Erstlinien-Therapie zugelassen.

Von Cetuximab profitieren manche Darmkrebspatienten besonders. Studien haben ergeben, dass vor allem Patienten, bei denen keine Mutation des KRAS-Gens vorliegt, die Therapie mit einem EGF-Rezeptor-Antikörper nutzt. Patienten mit einem mutierten KRAS-Gen sprechen in der Regel nicht auf diese Therapie an.

Köhne: "Heutzutage würden wir daher fordern, dass vor Beginn einer EGF-Rezeptor-gerichteten Antikörpertherapie der Mutationsstatus des KRAS-Gens bestimmt wird."

Wirkungen an der Haut sind Ausdruck für ein Ansprechen auf die Therapie.

Die ersten Studien mit Cetuximab wurden nur bei Patienten gemacht, bei denen auf den Tumorzellen der EGF-Rezeptor nachgewiesen werden konnte, wie Köhne sagte. Im weiteren Verlauf habe sich ergeben, dass auch Patienten, die keinen EGF-Rezeptor (Nachweis mit der IHc-Methode) auf ihren Tumorzellen tragen, von einer Cetuximab-haltigen Therapie profitieren können. Der Nachweis des EGF-Rezeptors mit der IHc-Methode sei daher nicht mehr unbedingt Voraussetzung für eine Therapie mit dem Antikörper. Wichtiger sei, so Köhne, den Mutationsstatus des KRAS-Gens zu bestimmen.

Erfolgt in einer neoadjuvanten Situation eine sehr intensive Chemotherapie mit Cetuximab, akzeptieren nach den Erfahrungen von Köhne die Patienten die unerwünschten Wirkungen der Chemotherapie, aber auch des Antikörpers, als notwendige Begleiterscheinung. Solche Wirkungen seien vor allem akneartige Hauterscheinungen. Die meisten Patienten hätten in den ersten zwei bis drei Wochen der Therapie erhebliche Hautveränderungen dieser Art.

"Wir können die Patienten dann damit motivieren, dass dies ein Ausdruck dafür ist, dass sie höchstwahrscheinlich von einer solchen Behandlung auch profitieren", betont Köhne. Für die langfristige Anwendung von Cetuximab seien die Hauterscheinungen sicherlich hinderlich, vor allem da sich dann auch unangenehme Nagelbettveränderungen einstellen könnten. Häufig sei dadurch eine dauerhafte Behandlung über sechs Monate hinaus eher schwierig, aber durchaus bei einzelnen Patienten möglich, so Köhnes Erfahrungen. (ple)

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