Ärzte Zeitung online, 27.01.2009
 

Spezialbehandlung TACE gegen Lebermetastasen bei Darmkrebs

FRANKFURT / MAIN (eb). Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie setzt die transarterielle Chemoembolisation (TACE) als neue, lebensverlängernde Behandlungsstrategie für Darmkrebspatienten ein, die Metastasen haben. Bei TACE handelt es sich um eine alternative, zumindest lebensverlängernde Behandlungsmethode.

TACE ist ein minimal-invasives, radiologisches Verfahren, bei dem durch einen Katheter ein Chemotherapeutikum verabreicht wird. Zusätzlich werden dabei diejenigen Arterien gezielt verschlossen (Embolisation), die die Metastasen mit Sauerstoff und Blut versorgen. Auf diese Weise werden die Tumoren unterversorgt und sterben ab, während das ihn umgebende Gewebe unberührt bleibt.

Auch die TACE verspricht keine vollständige Heilung der Patientengruppe mit nicht operablen oder chemotherapeutisch behandelbaren Lebermetastasen. Allerdings gelang es in einer Studie der Universität Frankfurt / Main, mit TACE die Überlebenszeit der Patienten ohne wesentliche Einschränkung der Lebensqualität zu verlängern.

Die häufigsten Metastasen bei Darmkrebs sind Lebermetastasen. Etwa 60 bis 70 Prozent der Darmkrebspatienten sind von ihnen betroffen. Die therapeutischen Möglichkeiten wie Chemotherapien oder operative Entfernung sind in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit nicht immer gegeben. Manche Patienten sind deshalb nicht mehr heilbar.

Aus diesem Grund hat sich am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Klinikums der Universität Frankfurt / Main ein Ärzteteam unter der Leitung von Direktor Professor Thomas Vogl im Rahmen einer Studie mit TACE beschäftigt. Ziel der Untersuchung war es, die Kontrolle über den Tumor und die Überlebensdauer der Betroffenen nach einer TACE zu bewerten.

Längere Überlebenszeit mit TACE

An der Studie nahmen 463 Darmkrebspatienten teil. Sie wurden in vierwöchigen Intervallen wiederholt mit TACE behandelt und eventuelle Größenveränderungen der Tumore und der Metastasen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) überprüft.

Bei knapp 15 Prozent der Patienten reagierten die Tumore teilweise auf die Chemoembolisation. Ein stabiler Krankheitsverlauf zeigte sich bei der Hälfte der Behandelten. In 37 Prozent der Fälle war der Krankheitsverlauf fortschreitend.

Im Vergleich zu Patienten ohne eine TACE verlängerte sich die Überlebenszeit der Behandelten: TACE-Patienten lebten ab der Diagnosestellung der Lebermetastasen durchschnittlich noch rund drei Jahre, und ab dem Zeitpunkt der Behandlung mit TACE im Mittel noch 14 Monate zu leben. Im Vergleich dazu starben Patienten, die nicht mit TACE behandelt wurden, nach durchschnittlich sechs Monaten ab dem Beginn einer alternativen Behandlungsmethode.

Noch besser ist die Kombination aus TACE und laserinduzierter Thermotherapie

"Die besten Überlebensraten konnten mit einer Kombination aus Chemotherapie und laserinduzierter Thermotherapie erzielt werden. Die Lebensverlängerung gelang hierbei ohne wesentliche Einschränkung der Lebensqualität der Patienten", so Vogl in einer Mitteilung der Uni.

Bei der laserinduzierten interstitiellen Thermotherapie (LITT) wird Laserenergie in Tumoren eingebracht. LITT hat sich als minimal-invasives Verfahren zur Zerstörung besonders von Weichteiltumoren in der Krebstherapie bewährt. Das Ziel der strahlenbasierten Therapie besteht in der Zuleitung besonders hoher Energiedosen ins Tumorgewebe bei möglichst weitgehender Schonung des umliegenden gesunden Gewebes.

Wenn der Krankheitsverlauf zu weit fortgeschritten ist, verspricht also auch die transarterielle Chemoembolisation keine Heilung mehr. "Mit TACE steht uns jedoch eine palliative Therapieform zur Verfügung, die Patienten mit vielen, großvolumigen Lebermetastasen angeboten werden kann", so Vogl.

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