Ärzte Zeitung, 15.04.2010

Endosonographie klärt Darmtumoren ab

Die Endosonografie liefert wichtige Informationen über die Ausdehnung von Darmtumoren. Das Verfahren gilt heute vor allem bei Rektumkarzinomen als unverzichtbar.

zur Galerie klicken

Die 10-MHz-Ultraschallaufnahme im Darm zeigt einen Normalbefund der Enddarmwand. © (5) Dr. med. Eike Burmester, Medizinische Klinik I Abteilung Innere Medizin und Gastroenterologie, Sana Kliniken Lübeck.

Von Maria Weiß

BERLIN. Die Kombination von Darmspiegelung mit der Anwendung von Ultraschallsonden bei der Endosonografie "ermöglicht die Betrachtung fast mikroskopisch genauer Schnittbilder der Darmwand", erläuterte Dr. Eike Burmester von den Sana Kliniken Süd in Lübeck bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) in Berlin.

Lokale endoskopische Therapie ist sehr wichtig

Um den Schließmuskel möglichst zu erhalten und den Patienten so ein Stoma zu ersparen, haben lokale endoskopische Therapien eine besonders große Bedeutung. Möglich ist die endoskopische Abtragung aber nur bei sehr frühen Tumorstadien (T1), wenn der Tumor noch auf Mukosa und Submukosa begrenzt ist. Mit der Endosonografie sei es möglich, solche frühen Stadien mit hoher Sicherheit von fortgeschrittenen Tumoren abzugrenzen, sagte der Gastroenterologe.

Hat das Karzinom bereits die tiefere muskuläre Schicht erreicht oder die Darmwand überschritten, erfolgt meist eine neoadjuvante Radio-Chemotherapie, um die Voraussetzungen für eine Operation zu verbessern. Durch diese Therapie lasse sich die Rate an Schließmuskel-erhaltenden lokalen Eingriffen verdoppeln, sagte Burmester.

Beim Rektumkarzinom ist die Endosonografie obligater Bestandteil der Diagnostik und wurde auch in die Leitlinien aufgenommen. Auch bei der Operation selbst gibt die Endosonografie wichtige Hinweise über die genaue Lokalisation des Tumors. Im Prinzip lasse sich die Methode im gesamten Kolon anwenden, so Burmester. Die genaue Stadieneinteilung habe aber weniger Konsequenzen, da bei einem Kolonkarzinom in der Regel das gesamte erkrankte Darmsegment entfernt wird.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »