Ärzte Zeitung, 10.03.2011

Studie mit alten Krebspatienten wird gefördert

HALLE (eb). Das Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität erhält von der Deutschen Krebshilfe eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro.

In einem Forschungsprojekt sollen Kriterien für die Verbesserung der Aussagekraft von klinischen Studien durch die Berücksichtigung älterer Patienten erarbeitet werden.

Das Projekt trägt den Titel: "Entscheidungsfindung zur Teilnahme älterer Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom an klinischen Studien - Prätherapeutisches und Postoperatives geriatrisches Assessment, Studienmotivation bei Prüfärzten und Patienten".

Ältere Patienten weisen im Vergleich zu jüngeren Patienten häufiger Begleiterkrankungen auf und erfüllen dadurch in Deutschland oft nicht die eng gefassten Einschlusskriterien für klinische Studien.

Deshalb entspricht die Altersverteilung der Patienten in klinischen Prüfungen häufig nicht der Altersverteilung von Tumorpatienten in der medizinischen Versorgung. Somit lassen sich die in klinischen Studien gewonnenen Erkenntnisse nicht oder nur eingeschränkt auf ältere Patienten übertragen, wie die Universität mitteilt.

"Ziel ist es, Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen ältere Patienten verstärkt in klinische Studien aufgenommen werden können", sagt Dr. Annette Krummenerl, die das Forschungsprojekt am KKS koordiniert.

Der Kurztitel des Projektes lautet "AMOTE - Assessment and MOTivation of the Elderly". Dabei kooperiert das KKS Halle mit dem Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Medizinischen Fakultät, der bundesweiten Arbeitsgruppe "Geriatrische Onkologie" innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie und der Studienleitung der PETACC-6-Studie.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

Ärzte kritisieren AfD-Anfrage im Bundestag

Ärzte beschuldigen die Fraktion "Alternative für Deutschland" (AfD), mit zwei gesundheitsbezogenen parlamentarischen Anfragen gezielt Stimmung gegen Migranten zu machen. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »