Ärzte Zeitung online, 02.09.2011

Gentest vor Darmkrebstherapie fast schon die Regel

Ein Gentest vor der Antikörpertherapie bei Darmkrebs hat bei Ärzten rasch Akzeptanz gefunden.

LÖWEN (ple). Die individualisierte Medizin setzt sich weltweit auch bei Patienten mit metastasiertem Kolorektal-Karzinom durch.

Dabei erhalten Patienten nur dann eine Behandlung mit den Antikörpern Cetuximab, Bevacizumab oder Panitumumab als Teil einer Kombinationstherapie, wenn das KRAS*-Gen in den Tumorzellen keine Mutation trägt.

Dass Ärzte immer öfter vor der Entscheidung für eine Therapie mit dem einen oder anderen Antikörper einen KRAS-Gentest machen, bestätigt eine Umfrage bei Ärzten in Europa, Lateinamerika und Asien in den Jahren 2008, 2009 und 2010 durch Dr. Eric Van Cutsem aus Löwen in Belgien und seinen Kollegen in Italien und Deutschland (Targeted Oncology 2011; 6: 133-145).

Die Rate an KRAS-Tests vor der Darmkrebs-Therapie mit dem einen oder anderen Antikörper stieg in der Untersuchung von drei Prozent im Jahr 2008 auf 47 Prozent in 2009 und schließlich auf 69 Prozent im Jahr 2010.

Das Testergebnis lag in den meisten Fällen bereits nach zwei Wochen vor. An der Befragung nahmen insgesamt fast 1000 Ärzte teil, in Deutschland waren es 100 Onkologen.

Es wurden in jedem erfassten Jahr die Daten von insgesamt fast 4000 Patienten mit kolorektalem Karzinom ausgewertet.

*KRAS: v-Ki-ras2 Kirsten rat sarcoma viral oncogene homolog

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