Ärzte Zeitung, 26.09.2011

Söder will Masseneinladung zur Darmkrebsvorsorge

MÜNCHEN (sto). Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) hat eine Initiative für Männergesundheit gestartet, um damit neue Akzente in der Prävention zu setzen.

"Männer leben länger, wenn sie regelmäßig zur Vorsorge gehen", sagte Söder bei einer Auftaktveranstaltung in München. Mit der Initiative sollen Männer dazu ermutigt werden, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt in Anspruch zu nehmen.

Hintergrund der Initiative ist die geringere Lebenserwartung der Männer, die in Bayern etwa fünf Jahre niedriger ist als bei Frauen. Männer werden im Durchschnitt 77,9 Jahre alt, Frauen etwa 82,9 Jahre. Dies hänge auch damit zusammen, dass nur rund 24 Prozent der Männer die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.

Um für verstärkte Vorsorge und einen gesunden Lebensstil zu werben, sollen 2012 in allen Regierungsbezirken "Männergesundheitstage" stattfinden, kündigte Söder an. Diese werden vom öffentlichen Gesundheitsdienst unterstützt.

Bericht zur Männergesundheit bis 2012

Es sei geplant, vor allem die Gruppe der 35- bis 55-jährigen Männer anzusprechen. Zudem werde seine Ministerium bis Anfang 2012 einen "Männergesundheitsbericht Bayern" erstellen, kündigte Söder an.

Zugleich sprach sich Söder dafür aus, die Angebote der Vorsorge und Früherkennung weiterzuentwickeln. So sei es sinnvoll, bei der Darmkrebsfrüherkennung ein Einladungswesen einzurichten. Dabei würden sowohl Männer als auch Frauen ab dem 50. Lebensjahr gezielt auf die Angebote hingewiesen.

Für eine Differenzierung bei den Vorsorgeuntersuchungen sprach sich der Urologe Professor Theodor Klotz aus Weiden aus.

Die beiden wichtigsten Screenings, die Brustuntersuchung der Frau und der PSA-Test beim Mann, seien problematisch. So führe das Prostatascreening zu 48 induzierten Mehrbehandlungen, um einen Mann vor dem Prostatakrebs zu retten.

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