Kongress, 08.04.2013

SPLS

Kleinere und weniger Narben nach Bauch-Op

WIESBADEN. In der Laparoskopie geht der Trend zu noch weniger und kleineren Schnitten. Bei der Single Port Laparoscopic Surgery (SPLS) etwa wird ein dreikanaliger Port durch einen einzigen Schnitt meist in der Nähe des Bauchnabels eingesetzt, wie Professor Dietmar Lorenz aus Wiesbaden berichtete.

Dadurch werden dann eine Optik, CO2-Zufluss und Werkzeuge eingeführt. Beim Durchgang durch den Port überkreuzen sich die Werkzeuge, so dass der Operateur spiegelverkehrt arbeiten muss. Die sei die Hauptschwierigkeit bei der SPLS-Technik, so Lorenz.

Häufige Indikationen seien etwa Cholezystektomie, Fundoplikatio und Appendektomie. Auch bei Kolorektal-Ca oder entzündlichen Darmkrankheiten könne per SPLS operiert werden. In einer koreanischen Studie wurden 179 Patienten mit Kolorektal-Ca konventionell laparoskopisch oder mit SPLS operiert.

Per SPLS dauerte die Op im Schnitt 20 Minuten länger, die Patienten erholten sich aber schneller, konnten früher wieder feste Nahrung zu sich nehmen, brauchten weniger Schmerzmittel und wurden früher aus der Klinik entlassenals die konventionell laparoskopierten Patienten.

Die onkologischen Anforderungen an das Ergebnis wie R0-Resektabilität, Sicherheitsabstände und ausreichende Zahl der entnommenen Lymphknoten konnten per SPLS voll eingehalten werden(Annals of Surgery 2011; 254: 933).

Dennoch könne daraus keine Empfehlung abgeleitet werden, so Lorenz, weil es noch keine Daten aus kontrollierten Studien gibt. Bisher seien insgesamt nur wenige und zudem überwiegend junge Patienten in gutem Allgemeinzustand per SPLS operiert wurden. (skh)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Konzept der E-Patientenakte steht

Die elektronische Patientenakte nimmt konkrete Formen an. Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleibt vorerst außen vor. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »