Ärzte Zeitung online, 07.03.2014

KBV fordert

Männer früher zur Darmkrebsvorsorge!

Männer sollten schon vor dem 50. Lebensjahr einen Anspruch auf Darmkrebsprävention haben. Das fordert jetzt die KBV.

BERLIN. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gefordert, die Altersgrenze für Männer bei der Darmkrebsprävention abzusenken. Männer hätten ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken als Frauen, betonte KBV-Vize Regina Feldmann.

Darmkrebs beziehungsweise die Vorstufen davon treten bei Männern bereits etwa fünf bis zehn Jahre früher auf als bei Frauen, so Feldmann. Daher müssten Männer bereits vor dem 50. Lebensjahr Vorsorgeangebote in Anspruch nehmen können.

Aktuell erhalten gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren eine Beratung beim Arzt und haben fortan jährlich die Möglichkeit, einen Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl durchführen zu lassen. Mit 55 Jahren haben sie Anspruch auf eine präventive Darmspiegelung.

Ist der Befund der ersten Spiegelung unauffällig, kann nach zehn Jahren eine weitere durchgeführt werden. Darmkrebs zählt bei Männern und Frauen zur zweithäufigsten Krebsart. Das Robert Koch-Institut geht in Deutschland für 2014 von rund 64.000 Neuerkrankungen aus. (sun)

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Dr. Thomas Georg Schätzler 
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Da kann ein international anerkannter Experte wie Professor Dr. med. Jürgen Riemann, der sich mit der Stiftung "LebensBlicke" dem Kampf gegen Darmkrebs verschrieben hat, noch so intensiv erläutern, ein "Immunologischer Stuhltest ist ein Muss!". Oder im Interview die bekannte Unzuverlässigkeit der bisherigen Stuhltests erörtern und begründen, wieso Männer schon ab 45 Jahren zur Vorsorge gehen sollten.

Und zugleich schieben die GKV-Kassen einen Überschuss von über 30 Milliarden € vor sich her, während die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nur völlig diffus und konzeptionslos Darmkrebsprävention für Männer schon vor dem 50. Lebensjahr fordert.

Eine neue PRÄVENTIONS-INITIATIVE muss her, die zugleich die Gesundheitsvorsorge ab dem 35. Lebensjahr mit dem "Check-Up 35" und ihren lächerlichen zwei Serumwerten (Glucose und Gesamtcholesterin) erweitert u n d angemessen honoriert.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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