Ärzte Zeitung, 26.09.2014

Sedierung

Magen und Darm stressfrei gespiegelt

LEIPZIG/BERLIN. Wie die bislang größte prospektive Studie zu Komplikationen von Sedierungen bei Endoskopien jetzt ergab, kommt es nur bei einer von 10.000 Sedierungen zu schwerwiegenderen Problemen.

Für die Studie haben Gastroenterologen bislang mehr als 350.000 Eingriffe in 40 deutschen Kliniken ausgewertet. Auf der Tagung Viszeralmedizin 2014 in Leipzig stellten sie die Ergebnisse vor.

"Verschiedene Studien haben zwar immer wieder gezeigt, dass dieses Risiko extrem gering ist - die Anzahl der ausgewerteten Sedierungen war in vielen Untersuchungen aber so gering, dass die Aussagekraft begrenzt war", erklärt Dr. Angelika Behrens vom Vivantes Klinikum Friedrichshain Berlin in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

Gemeinsam mit Professor Christian Ell vom Sana Klinikum Offenbach und mit der Arbeitsgemeinschaft der leitenden gastroenterologischen Krankenhausärzte (ALGK) hat sie die prospektive ProSed-2-Studie zu sedierungsassoziierten Komplikationen in der Endoskopie initiiert.

Um eine hundertprozentige Dateneingabe zu gewährleisten, erfolgte die Erfassung über ein elektronisches Dokumentationssystem, das bei jeder durchgeführten Endoskopie vollständig vom Arzt ausgefüllt werden muss.

Es zeigte sich: Nur bei 32 Eingriffen, in weniger als 0,01 Prozent der Fälle, traten schwerwiegende Komplikationen auf. Betroffen waren überwiegend Patienten mit einer oder mehreren schweren Vorerkrankungen oder solche, die notfallmäßig untersucht werden mussten.

"Das Risiko für einen gesunden Menschen bei einer Vorsorgeuntersuchung eine schwere Komplikation zu erleiden, geht gegen Null", betonte Behrens. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »