Ärzte Zeitung online, 23.03.2018

Ernährung

Mit Nüssen Krebsrezidiven vorbeugen?

Darmkrebspatienten, die regelmäßig Nüsse essen, senken möglicherweise ihr Rezidiv- und Sterberisiko.

Mit Nüssen Krebsrezidiven vorbeugen?

Wallnüsse lieferten in der Studie ein besseres Ergebnis ab als Erdnüsse.

© auryndrikson / stock.adobe.com

BOSTON. Wie hängen Nussverzehr und das Rezidivrisiko bei Darmkrebspatienten zusammen? Dies wurde innerhalb der Studie CALGB 89803 (Alliance) ermittelt (JCO 2018; online 28. Februar).

In der randomisierten Phase-3-Studie wurden Darmkrebspatienten im Stadium III nach kurativer Resektion über vier Zyklen wöchentlich mit 5-Fluorouracil (5-FU) plus Leucovorin über einen Zeitraum von 32 Wochen oder zusätzlich mit Irinotecan über fünf Zyklen und insgesamt 30 Wochen behandelt.

Von 826 Patienten standen Informationen über den Verzehr von Nüssen zur Verfügung. Die Häufigkeit reichte von niemals über ein- bis dreimal pro Monate bis wenigstens zweimal pro Tag jeweils eine Nussmenge von etwa 28 mg. Dabei wurde unterschieden zwischen dem Verzehr von Erdnüssen und von Baumnüssen.

Die erste Befragung der Teilnehmer erfolgte vier Monate, die zweite 14 Monate nach Op. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben, also der Zeitraum ab der zweiten Befragung. Auch wurden das rezidivfreie und das Gesamtüberleben bestimmt. Das mediane Follow-up lag bei 6,5 Jahren.

Gesamtüberleben um 57 Prozent höher

"Darmkrebsmonat März"

Alle Artikel zum Darmkrebsmonat März finden Sie auf dieser Sonderseite.

Wie die Autoren um Dr. Temidayo Fadelu vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston berichten, hatten jene Teilnehmer, die mindestens zweimal pro Woche eine Portion Nüsse aßen, ein um 42 Prozent besseres krankheitsfreies Überleben als Patienten, die nie Nüsse verzehrten (Hazard Ratio [HR]: 0,58; 95%-Konfidenzintervall: 0,37–0,92; p-Trend = 0,03).

Zudem war das Gesamtüberleben um 57 Prozent höher (HR: 0,43; 95%-Konfidenzintervall: 0,25–0,74; p-Trend = 0,01). Schließlich profitierten vor allem Studienteilnehmer, die regelmäßig Baumnüsse wie Walnüsse statt Erdnüsse verzehrten.

Bei ihnen lag die Wahrscheinlichkeit für ein krankheitsfreies Überleben um 46 Prozent höher (HR: 0,54; 95%-Konfidenzintervall: 0,34–0,85; p-Trend = 0,04). Noch deutlicher war in dieser Studiengruppe der Unterschied beim Parameter Gesamtüberleben (HR: 0,47; 95%-Konfidenzintervall: 0,27–0,82; p-Trend = 0,04).

Bei der Berechnung haben die Wissenschaftler die wichtigsten Faktoren, die das Ergebnis hätten verzerren können, berücksichtigt, etwa Alter, BMI, Krebstherapie und glykämische Last.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Baumüssen und der Verringerung der Rezidivrate nicht belegen.

Die Autoren halten es aber für möglich, dass Nüsse die Hyperinsulinämie sowie die Energiebilanz zumindest teilweise beeinflussen und den Verlauf der Erkrankung so positiv beeinflussen. (ple)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Pflege-Eigenanteil deckeln!

16:41Viele Bürger beklagen, dass Pflegeheime teuer sind, berichtet die DAK in ihrem Pflegereport. Kassenchef Storm schlägt nun vor, den Eigenanteil zu beschränken. Das entflammt eine neue Debatte über die Pflege-Finanzierung. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »