Ärzte Zeitung, 11.04.2013

Kommentar zur HCV-Therapie

Statine gegen Krebs?

Von Peter Leiner

Bereits 2006 kam eine große Metaanalyse mit Daten von fast 90.000 Patienten zu dem Schluss, dass Statine keinen Effekt auf die Entwicklung von Krebs oder auf die krebsspezifische Mortalität haben.

Dagegengehalten haben dänische Epidemiologen Ende 2012 mit einer Beobachtungsstudie, der zufolge eine Statintherapie mit einer verringerten krebsspezifischen Mortalität assoziiert ist. Und jetzt die Nachricht, dass bei Hepatitis-C-Virus-Infizierten eine Statintherapie mit einem verringerten Risiko für Leberkrebs einhergeht.

Wie passt das alles zusammen? Aufgrund der vielfältigen Wirkungen auf zellulärer Ebene erscheint der präventive Charakter einer Statintherapie zunächst plausibel.

Seit einer Dekade ist bekannt, dass die Wirksamkeit von Statinen bei Krebs unter anderem eben auf der Reduktion des Plasmacholesterins und der entsprechenden Bausteine beruht, die die proliferierenden malignen Zellen dringend brauchen.

Doch ist die Wirkung viel komplexer als gedacht. Von einer strikt krebshemmenden Wirkung ist wohl nicht auszugehen.

Bis klar ist, wie sich Statine (welche? wie dosiert?) zur Krebsprävention oder -therapie nutzen lassen könnten, werden noch einige Studien nötig sein. Für eine allgemeine Empfehlung ist es noch viel zu früh.

Lesen Sie dazu auch:
So gut wie Interferon: Statin statt Leberkrebs

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