Forschung und Praxis, 11.04.2005

Langfristig hohe Remissionsrate mit Imatinib

Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) profitieren von einer Therapie mit dem Tyrosinkinase-Hemmer Imatinib. Die größte Chance auf ein progressionsfreies Überleben haben diejenigen, die rasch auf die Therapie ansprechen, wie Ergebnisse der IRIS-Studie (International Randomized Interferon versus STI571 Study) nach 42 Monaten Therapie belegen.

An der Studie haben 1106 Patienten mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-(Ph)-positiver CML teilgenommen. Sie erhielten als Ersttherapie täglich 400 mg Imatinib (Glivec®) oder eine Kombination aus Interferon-alpha plus ARA-C (Cytarabin). Die Kombi-Therapie war zu Beginn der Studie im Jahr 2000 bei CML-Patienten Standard.

Nach 42 Monaten betrug das Gesamtüberleben in der Imatinib-Gruppe 91 Prozent. Darunter waren auch Patienten mit einer Stammzelltransplantation. "Das erreichte bisher keine Therapie auch nur annähernd", sagte Professor Andreas Hochhaus von der Universität Heidelberg, der über die Studie bei einer Veranstaltung von Novartis in Frankfurt am Main berichtet hat.

Ein langfristiger Vergleich mit dem Ergebnis der Kombinationstherapie ist allerdings nicht möglich, da die meisten Patienten im Lauf der Studie zu Imatinib wechselten - von je 553 Teilnehmern zu Studienbeginn sind derzeit noch 416 Patienten in der Imatinib-Gruppe und nur 24 in der Vergleichsgruppe.

Eine komplette hämatologische Remission mit Normalisierung des Blutbildes sei in der Imatinib-Gruppe bei 98 Prozent erreicht worden, bei 84 Prozent eine komplette zytogenetische Remission (Ph-Chromosom ist nicht mehr nachweisbar). Dabei ist ein früher Therapieerfolg günstig: Bei vollständigem zytogenetischem Ansprechen nach einem Jahr und mindestens 1000facher Abnahme der für CML charakteristischen Gen-Transkripte betrug die Chance auf Progressionsfreiheit nach 42 Monaten 98 Prozent, erläuterte Hochhaus. (hbr)

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