Ärzte Zeitung online, 15.09.2010

Wissen über Lymphome in der Bevölkerung noch mangelhaft

NEU-ISENBURG (eb). Aus Anlass des Welt-Lymphom-Tages am 15. September ruft die Internationale Lymphom-Koalition dazu auf, sich über Krebserkrankungen des Lymphsystems zu informieren, um Symptome frühzeitig erkennen zu können. Jedes Jahr erkranken etwa 20 000 Menschen an einem Lymphom.

Wissen über Lymphome in der Bevölkerung noch mangelhaft

Die Palpation der Unterkiefer- und Halslymphknoten kann auf Erkrankungen des Lymphsystems hinweisen.

© Klaus Eppele / fotolia.com

Maligne Lymphome sind bösartige Neubildungen von Zellen des lymphatischen Systems. Ausgehend von einer bösartig veränderten Zelle entstehen sie durch unkontrollierte Vermehrung. Über die Lymph- und Blutgefäße können sich Lymphomzellen im ganzen Körper ausbreiten. Bei einigen Lymphomarten bilden sich Tumoren, die ertastet oder durch spezielle Untersuchungen sichtbar gemacht werden können. Obwohl jedes Jahr in Deutschland etwa 20 000 Menschen neu an einem Lymphom erkranken, ist das Wissen über Lymphome in der Allgemeinbevölkerung gering.

Wie eine aktuelle Patientenbefragung der Internationalen Lymphom Koalition ergeben hat, wurde bei 55 Prozent der Lymphom-Patienten mehr als eine andere Diagnose gestellt, bevor ein Lymphom erkannt wurde. Dabei litten die meisten Befragten unter mindestens zwei oder drei Symptomen. Zwei Drittel (66 Prozent) der befragten Lymphom-Patienten hatten zwar bereits von dieser Krebsart gehört, allerdings wussten 97 Prozent nicht genau, was ein Lymphom ist, und 83 Prozent rechneten nicht mit dieser Diagnose, wie die Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe (DHL) mitteilt.

Infos aus Expertenhand bei Telefonaktion

Die Symptome bei Lymphomen können jenen ähneln, die bei sehr viel harmloseren Erkrankungen wie Infekten oder lokalen Entzündungen auftreten. Dazu gehören geschwollene Lymphknoten, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. Bei Unsicherheit über die Beschwerden und dem Gefühl, derartige Krankheitszeichen bisher nicht zu kennen, sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Aus Anlass des Welt-Lymphom-Tages wird es eine Telefon-Aktion geben: Unter der kostenlosen Hotline 0800-060 4000 werden am 15. September zwischen 18 Uhr und 20 Uhr sieben Experten des Kompetenznetzes Maligne Lymphome Fragen zu Lymphom-Erkrankungen, Symptomen, Diagnosemöglichkeiten und Therapieansätzen beantworten. Außerdem können sich Patienten darüber informieren, welche klinischen Studien derzeit für ihre Erkrankung angeboten werden und ob sie daran teilnehmen können. Veranstalter dieser Telefonaktion sind die DLH und das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML).

Der Welt-Lymphom-Tag ist eine Initiative der Internationalen Lymphom-Koalition. Sie findet jedes Jahr am 15. September statt. Weltweit beteiligen sich an diesem Tag Ärzte, Wissenschaftler und Selbsthilfegruppen an Aktionen, um den Bekanntheitsgrad der Erkrankung und ihrer Symptome in der Öffentlichkeit zu erhöhen.

Die Lymphom-Koalition ist ein gemeinnütziges, weltweites Netzwerk, das aus derzeit 44 Selbsthilfeorganisationen für Patienten mit Lymphomen aus 33 Ländern besteht. Die DLH ist Gründungsmitglied.

Weitere Infos: www.leukaemie-hilfe.de, www.leukaemie-hilfe.de/knowyournodes.html und www.lymphomacoalition.org

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