Ärzte Zeitung, 04.09.2011

Gut informierte Krebspatienten sind zufriedener

Eine umfassende Aufklärung über ihre Erkrankung wirkt sich bei Krebspatienten eher positiv aus. Informationen können die Zufriedenheit steigern, ohne zusätzlich Ängste hervorzurufen.

Gut informierte Krebspatienten sind zufriedener

Aufklärung des Patienten bessert das Befinden.

© stefanolunardi / shutterstock..com

MARSEILLE (eb). Um Krebspatienten die Entscheidung bei wichtigen Fragen im Krankheitsverlauf zu erleichtern, müssen sie ausreichend über ihren Zustand informiert sein. Bei Ärzten ist das Ausmaß, in dem die Aufklärung stattfinden soll, umstritten.

Einer neuen Studie aus Frankreich zufolge wirkt sich eine vollständige Aufklärung der Patienten über ihren Krankheitszustand offenbar eher positiv aus, wie die Deutsche Krebsgesellschaft berichtet.

In die Studie wurden Patienten aufgenommen, kurz nachdem bei ihnen Brust- oder Darmkrebs oder ein Lymphom diagnostiziert worden war. Sie erhielten eine adjuvante Chemotherapie (Cancer 2011; online 23. Mai).

98 Prozent der Patienten, die Einblick in den medizinischen Bericht über ihren Gesundheitszustand nehmen konnten, machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Mehr Sorgen oder Ängste als Patienten der Vergleichsgruppe ohne diese Möglichkeit hatten sie nicht, aber auch nicht weniger.

Jene Patienten, die vollständig über ihren Gesundheitszustand aufgeklärt worden waren, waren zufriedener und fühlten sich häufiger ausreichend informiert als Patienten ohne diese Aufklärung. Der Unterschied war allerdings nicht signifikant, wie die Krebsgesellschaft berichtet.

Krebspatienten umfassend über ihren Gesundheitszustand aufzuklären kann nach Ansicht der französischen Ärzte um Dr. Gwenaelle Gravis aus Marseille die Zufriedenheit der Patienten steigern und das Befinden eher bessern, ohne noch zusätzliche Ängste hervorzurufen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

Ärzte kritisieren AfD-Anfrage im Bundestag

Ärzte beschuldigen die Fraktion "Alternative für Deutschland" (AfD), mit zwei gesundheitsbezogenen parlamentarischen Anfragen gezielt Stimmung gegen Migranten zu machen. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »