Ärzte Zeitung, 17.05.2013
 

Kommentar zur Gentherapie

Mit eigenen Waffen schlagen

Von Peter Leiner

Schon seit Anfang der 1980er-Jahre versucht man in der Krebsbekämpfung, dem unterdrückten Immunsystem von Tumorpatienten mit immunologischen Mitteln auf die Sprünge zu helfen.

Damals wurden die T-Lymphozyten der Patienten aus dem Blut gesammelt, im Reagenzglas durch ein bestimmtes Zytokin "scharf" gemacht und dann reinfundiert. Leider ist dieses Verfahren zu toxisch und zu unspezifisch. Dennoch galten die ersten kleinen Erfolge als Sensation.

Mit Blick auf die atemberaubende Entwicklung der Molekulargenetik konnten sich die Krebsforscher damit nicht zufriedengeben. Die Wissenschaftler beherrschen die Genchirurgie inzwischen so gut, dass sie Strukturen auf der Zelloberfläche nach Belieben verändern können.

Und weil die Forscher zudem einen guten Einblick in das Zwiegespräch zwischen Immunzellen und Tumorzellen haben, gelingt es ihnen, genetisch veränderte Abwehrzellen gezielt auf die Tumorzellen zu hetzen - mit Erfolg, wie sich jetzt bei Patienten mit Leukämie gezeigt hat.

Die Krebspatienten sind zwar durch die Therapie mit eigenen genetisch veränderten Immunzellen nicht geheilt. Sie sind jedoch einer weiteren Option konventioneller Therapiemaßnahmen zugänglich. Ein Erfolg, von dem man vor drei Dekaden nur träumen konnte.

Lesen Sie dazu auch:
Leukämie: Neue Hoffnung Genchirurgie

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Onkologen und IQWiG uneins über Nutzen von Gentests

Sind Gentests hilfreich für Brustkrebspatientinnen bei der Therapieentscheidung? Die aktuelle Einschätzung von Onkologen und IQWiG geht hier auseinander. mehr »

Keine Herzgeräusche im Stehen – kein Herzfehler

Mit einer simplen Methode können Ärzte pathologische von physiologischen Herzgeräuschen bei Kindern unterscheiden. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

15 Jahre nach der hochemotionalen Debatte um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen fürchten Forscher durch das Stammzellgesetz Nachteile in Deutschland. mehr »