Ärzte Zeitung, 27.07.2016

Auszeichnung

Pharmakologe mit Robert Pfleger-Preis geehrt

BAMBERG. Den mit 50.000 Euro dotierten Robert Pfleger-Forschungspreis erhält in diesem Jahr Professor Matthias Schwab, Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie in Stuttgart und Ärztlicher Direktor der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Uniklinikum Tübingen.

 Schwab sei einer der weltweiten Vorreiter, wenn es um die Umsetzung der Pharmakogenomik in der klinischen Praxis geht, teilt die Doktor Robert Pfleger-Stiftung mit. Die Pharmakogenomik befasst sich mit dem Einfluss der genetischen Ausstattung von Patienten auf die Wirkung von Arzneimitteln.

Sie ermöglicht es, die Dosierung oder gar die Entscheidung für oder gegen bestimmte Präparate an den individuellen Bedarf eines Patienten anzupassen und auf Basis von Forschungserkenntnissen neue Arzneimittel zu entwickeln.

Die Leistung des Preisträgers für den medizinischen Fortschritt verdeutliche beispielhaft die Erfolgsgeschichte der individualisierten Therapie bei Behandlung von Kindern mit einer Leukämieerkrankung. Dank der Arbeit von Schwab werde bei leukämiekranken Kindern im deutschsprachigen Raum eine genetische Untersuchung, die sogenannte TPMT-Diagnostik, routinemäßig durchgeführt, um die Anwendung des Medikamentes 6-Mercaptopurin sicherer zu machen, so die Stiftung.

 Die Implementierung dieser molekularen Diagnostik in die klinische Routine ermögliche es, Patienten vor der Therapie hinsichtlich ihrer genetischen Ausstattung zu identifizieren und dementsprechend die Dosis von 6-Mercaptopurin anzupassen. (mal)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »