Ärzte Zeitung, 06.03.2008

KOMMENTAR

Zum Hormonersatz bleiben Fragen

Von Ingrid Kreutz

Kann eine Hormonersatztherapie Brustkrebs auslösen? Diese viel diskutierte Frage wird wohl noch weiterhin ungeklärt bleiben.

Denn auch die jetzt publizierten neuen Daten aus der WHI-Studie liefern keine schlüssige Antwort: Bei Frauen in der Postmenopause, die im Mittel fünf Jahre lang eine kombinierte Östrogen-Gestagentherapie erhalten hatten, wurden auch in den ersten beiden Jahren nach Absetzen der Hormone etwas mehr Mammakarzinome diagnostiziert als bei Frauen aus der ursprünglichen Placebo-Gruppe. Der Unterschied war aber statistisch nicht signifikant.

Eindeutiger sind die Zahlen aus deutschen und US-amerikanischen Krebsregistern. Danach ist die Brustkrebsinzidenz in den ersten Jahren nach Veröffentlichung der WHI-Studie deutlich gesunken. Gleichzeitig war auch die Nutzung der Hormonersatztherapie (HRT) nach aktuellen Studiendaten zurückgegangen.

Diese Daten sprechen aber weniger dafür, dass eine HRT Brustkrebs auslöst, sondern eher für die Hypothese, dass Hormone lediglich das Wachstum bereits bestehender Karzinome fördern. Diese machen sich also schneller bemerkbar, werden rascher diagnostiziert. Dem entspricht auch eine Feststellung der Autoren der WHI-Studie: Der Trend zur Zunahme der Brustkrebsrate mit der Dauer der HRT war bereits kurze Zeit nach Absetzen der Hormone gebrochen. Was langfristig nach dem Absetzen der HRT passiert, bleibt noch abzuwarten.

Lesen Sie dazu auch:
Brustkrebsrate nach Hormonersatz leicht erhöht

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