Ärzte Zeitung, 09.01.2004

Frauen mit Brustkrebs profitieren von Zoledronat

Multicenterstudie ergab deutlich verringertes Risiko für Skelettkomplikation bei fortgeschrittener Erkrankung

SANTA MONICA (run). Mehr als zwei Drittel aller Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung haben Knochenmetastasen. In einer kontrollierten Studie hat sich nun die Behandlung mit dem Bisphosphonat Zoledronat bei diesen Frauen als besonders vorteilhaft erwiesen.

An der Multicenterstudie haben über 1600 Patienten mit Brustkrebs im Stadium IV oder multiplem Myelom im Stadium III teilgenommen, die bereits mindestens eine tumorbedingte Knochenläsion hatten. Sie erhielten zusätzlich zur zytostatischen Therapie entweder eine Infusion mit vier Milligramm Zoledronat oder mit 90 Milligramm Pamidronat.

Das geschah alle drei bis vier Wochen über insgesamt zwei Jahre (Cancer 98, 2003, 1735). Primärer Endpunkt war die Zahl der Patienten mit mindestens einer Knochenkomplikation, etwa einer pathologischen Fraktur oder einer Rückenmarkskompression.

Das Ergebnis: Zoledronat (in Deutschland als Zometa® auf dem Markt) verringerte mindestens so gut wie Pamidronat die skelettale Morbidität. So waren in beiden Behandlungsgruppen der Anteil der Patienten mit mindestens einer skelettalen Komplikation und die Zeit bis zu deren ersten Auftreten ähnlich.

Mit Zoledronat war allerdings die skelettale Morbiditätsrate insgesamt etwas geringer und eine Bestrahlung der Knochen war sogar signifikant seltener nötig. Die langfristige renale Sicherheit der 15minütigen Zoledronat-Infusion beurteilten die Wissenschaftler als gleich gut wie die der Pamidronat-Infusion über zwei Stunden.

Einen deutlichen Behandlungsunterschied fanden die Wissenschaftler der vom Unternehmen Novartis unterstützten Studie bei einer Subgruppenanalyse. Frauen mit Brustkrebs hatten danach dabei ein um 20 Prozent geringeres Risiko für Skelettkomplikationen (einschließlich Hyperkalzämie), wenn sie mit Zoledronat behandelt worden waren. Bei Patientinnen mit einer Hormontherapie betrug der Unterschied zur Pamidronat-Therapie sogar 30 Prozent.

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