Ärzte Zeitung, 24.02.2004
 

Zoledronat verzögert Skelett-Komplikationen

Brustkrebs oder Myelom: vier Monate länger komplikationsfrei als mit Standardarznei / Infusion dauert nur 15 Minuten

NÜRNBERG (sto). Drei von vier Frauen mit Mamma-Ca im fortgeschrittenen Stadium haben Knochenfiliae. Das Risiko, Skelett-Komplikationen zu bekommen, die eine zusätzliche Behandlung erfordern, ist bei diesen Frauen hoch. Durch eine Bisphosphonat-Therapie können Skelett-Komplikationen und -schmerzen verhindert werden.

Mammographie. Gut erkennbar ist der strahlendichte, unregelmäßig begrenzte Tumor. Foto: obs/Novartis

Darauf hat Privatdozent Dr. Erich Solomayer von der Uni Tübingen bei einer Veranstaltung von Novartis in Nürnberg hingewiesen. Zur Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen mit tumorinduzierter Hyperkalzämie und Knochenmetastasen sowie zur Therapie beim Multiplen Myelom seien Bisphosphonate Mittel der ersten Wahl. Mit der Behandlung sollte begonnen werden, sobald die ersten Knochenmetastasen auftreten, betonte Solomayer.

In einer Studie mit fast 1700 Patientinnen mit fortgeschrittenem Mamma-Ca oder Multiplem Myelom, bei denen es bereits zur Zerstörung von Knochen gekommen war, wurde randomisiert der bisherige Goldstandard 90 mg Pamidronat mit 4 mg Zoledronat (Zometa®) verglichen, berichtete Solomayer. Die Frauen erhielten 25 Monate lang alle drei bis vier Wochen Zoledronat als 15minütige intravenöse Infusion oder Pamidronat über zwei Stunden.

Mit Zoledronat verringerte sich die Rate an Skelett-Komplikationen im Vergleich zu Pamidronat um etwa 25 Prozent. Zudem hatten Patientinnen mit Osteolysen unter Zoledronat im Durchschnitt eine um mehr als viereinhalb Monate längere komplikationsfreie Zeit, berichtete Solomayer. Ein weiterer Vorteil von Zoledronat sei die kurze Infusionszeit von nur etwa 15 Minuten. 89 Prozent der Patientinnen gaben an, sie bevorzugten deshalb Zoledronat.

In zwei Studien soll nun die Effektivität von Zoledronat auch in der adjuvanten Situation untersucht werden, berichtete Solomayer.

In der ersten Studie wird geprüft werden, ob mit Zoledronat die Tumorzell-Dissemination bei Patientinnen mit Mammakarzinom noch reduziert werden kann. In der zweiten Studie geht es um das krankheits- und knochenmetastasenfreie Überleben von Hochrisiko-Patientinnen mit noch nicht metastasiertem Brustkrebs.

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