Ärzte Zeitung, 19.02.2004

KOMMENTAR

Antibiotika-Studie schafft keine Klarheit

Von Ingrid Kreutz

Wie vorsichtig die Ergebnisse von Fall-Kontroll-Studien zu interpretieren sind, ist in einer US-Studie über den Zusammenhang zwischen Antibiotika-Therapie und Brustkrebs nun einmal mehr deutlich geworden. Bei mehr als 10 000 Frauen mit oder ohne Mamma-Karzinom ist der Antibiotika-Verbrauch eruiert worden. Ergebnis der Studie: Je stärker der Antibiotika-Verbrauch, desto höher ist das Risiko für Brustkrebs.

Ob Antibiotika tatsächlich Brustkrebs auslösen, dürfte wohl weiterhin unklar bleiben. Mit Hilfe von Fall-Kontroll-Studien läßt sich bekanntlich keine Kausalität beweisen.

Dennoch sind die Ergebnisse ernst zu nehmen. Gibt es doch mögliche Erklärungen für einen Zusammenhang zwischen Antibiose und Brustkrebs. So können Antibiotika die Mikroflora des Darms ungünstig beeinflussen, indem sie etwa die Metabolisierung von Phytochemikalien hemmen.

Diese schützen aber vermutlich vor Krebs. Diskutiert werden außerdem ungünstige Effekte von Antibiotika auf das Immunsystem. Vielleicht ist ein starker Antibiotika-Konsum aber auch nur ein Indikator für ein schwaches Immunsystem und die infolgedessen häufigen Erkrankungen. Möglicherweise begünstigt auch dies die Entstehung von Brustkrebs.

Lesen Sie dazu auch:
Hinweise auf mehr Brustkrebs bei häufiger Antibiose

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