Ärzte Zeitung, 30.09.2004

Plus für Kombitherapie bei Brustkrebs mit Filiae

Mehr Lebenszeit mit Gemcitabin-Taxan-Kombination als mit Taxan-Monotherapie / Nur wenig Verträglichkeitseinbuße

HAMBURG (awa). Erhalten Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom das Nukleosid-Analogon Gemcitabin und das Taxan Paclitaxel, leben sie drei Monate länger und mit besserer Lebensqualität als Frauen, die das Taxan allein erhalten. Bei diesem Überlebensvorteil nimmt die hämatologische Toxizität nur wenig zu.

Das sind Ergebnisse der zweiten Zwischenauswertung einer Phase-III-Studie, an der 529 Patientinnen mit metastasierter Brustkrebserkrankung und besonders ungünstiger Prognose teilgenommen haben. "Die Behandlung mit Gemcitabin und Paclitaxel erfüllt somit das Ziel der palliativen Therapie beim metastasierten Mammakarzinom, das Leben zu verlängern und zudem eine gute Lebensqualität zu erhalten", betonte Privatdozent Gunther von Minckwitz aus Neu-Isenburg beim Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Hamburg.

Die Studienteilnehmerinnen erhielten randomisiert entweder alle drei Wochen Gemcitabin (Gemzar®, 125 g/m2 Körperoberfläche (KO) am Tag 1 und 8) und Paclitaxel (175 mg/m2 KO am Tag eins) oder alle drei Wochen nur das Taxan.

Die Frauen waren zuvor alle mit Anthrazyklinen behandelt worden, und drei Viertel von ihnen hatten viszerale Metastasen.

Die Kombination sei bei sämtlichen Bewertungsparametern der Monotherapie signifikant überlegen, berichtete Minckwitz auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly. So lebten die Patientinnen, die mit der Kombination behandelt wurden, im Median 18,5 Monate und 15,6 Monate, wenn sie nur das Taxan erhielten.

Die Ein-Jahres-Überlebensrate betrug mit der Kombination 70,7 Prozent und mit der Monotherapie 60,9 Prozent. Die Gesamtansprechrate war mit Gemcitabin plus Paclitaxel höher (40,8 versus 22,1 Prozent) und die Zeit bis zur Progression länger (5,2 versus 2,9 Monate).

Die nicht-hämatologische Toxizität war in beiden Studiengruppen ähnlich, und die hämatologische Toxizität war in der Kombinationsgruppe nur geringfügig stärker, so von Minckwitz. Die Lebensqualität hat sich nach dem vierten Zyklus mit der Kombitherapie sowohl im Vergleich zum Ausgangswert als auch im Vergleich zur Monotherapie gebessert.

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