Ärzte Zeitung, 06.10.2004
 

Neue Wege für Brustkrebs-Patientinnen in Berlin

Integrationsvertrag zwischen niedergelassenen Onkologen und Berliner Klinik soll Brustkrebs-DMP ergänzen

BERLIN (ami). Die Onkologen in Berlin haben in Sachen Integrierter Versorgung die Nase vorn. Der Integrationsvertrag wurde mit dem Verein der niedergelassenen internistischen Onkologen und dem Krankenhaus Waldfriede in Berlin geschlossen.

Für Ersatzkassenpatientinnen mit Brustkrebs in Berlin ist die Nachbehandlung auch ambulant möglich. Foto: dpa

Es ist der bundesweit erste Vertrag für Brustkrebspatientinnen mit niedergelassenen Ärzten, heißt es in einer Mitteilung der Ersatzkassen. Der Vertrag ergänzt für VdAK-Versicherte das Disease-Management-Programm (DMP) Brustkrebs. Er war zwischen allen Berliner Kassen und einigen Krankenhäusern als Integrationsvertrag geschlossen worden.

Chemotherapie ist nun auch ambulant möglich

Mit dem neuen Integrationsvertrag können Berliner DMP-Patientinnen nach einer Operation im Krankenhaus Waldfriede die vorbeugende Chemotherapie ambulant machen, statt sich einer stationären Nachbehandlung zu unterziehen. "Das ist auch ein Zeichen der Anerkennung für die ambulante fachärztliche Medizin in Berlin", sagt Karl-Heinz Resch, Leiter der Berliner Landesvertretung des Ersatzkassenverbands VdAK.

Für die internistischen Onkologen ist der Vertrag gewinnbringend. "Die Vergütung ist zwar nicht höher als nach EBM, aber wir bekommen endlich alles bezahlt", sagt Dr. Julia Herrenberger, Chefin der internistischen Onkologen in Berlin. Nach ihren Angaben leisten die onkologischen Schwerpunkt-Internisten oft die dreifache Menge dessen, was mit den Berliner Individualbudgets vergütet wird.

Herrenberger ist deshalb froh über die neuen Verträge zur Integrierten Versorgung. "Es ist ein konstruktiver Weg in der Selbstverwaltung", so die Ärztin. Bei der Festlegung der Leitlinien und Behandlungskorridore hatten die Ersatzkassen den Ärzten freie Hand gelassen.

Selbstverständlich wird auf Qualitätsstandards geachtet

Voraussetzung für die Teilnahme sind - wie auch beim DMP Brustkrebs - bestimmte Qualitätsstandards. Niedergelassene Ärzte müssen beispielsweise die in der Onkologievereinbarung mit der AOK festgeschriebenen Anforderungen erfüllen. Außer den etwa 20 onkologischen Schwerpunkt-Internisten in Berlin können auch qualifizierte gynäkologische Onkologen bei der Integrationsversorgung mitmachen.

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