Ärzte Zeitung, 23.02.2005

Überlebensvorteil durch Docetaxel-Therapie

Adjuvante Behandlung mit einer Docetaxel-Kombination verbessert Therapie bei Frauen mit operablem Brustkrebs

MÜNCHEN (sto). Das Rezidivrisiko von Frauen mit operablem Brustkrebs und Lymphknotenbefall läßt sich durch eine adjuvante Chemotherapie auf der Basis von Docetaxel um etwa 28 Prozent senken im Vergleich zu einem herkömmlichen Therapieregime. Das Risiko, an der Krankheit zu sterben, verringert sich um 30 Prozent.

Kolorierte Röntgenaufnahme der Brust einer Frau mit Brustkrebs. Foto: Sanofi-Aventis

Das hat die BCIRG 001-Studie ergeben, an der weltweit insgesamt 1491 Frauen mit primärem Mamma-Karzinom in einem frühen Stadium teilgenommen haben, berichtete Professor Charles L. Vogel vom Cancer Research Network in Florida bei einem Symposium in München.

Überlebensvorteil unabhängig vom Hormon-Rezeptorstatus

Die Frauen profitierten von einer Behandlung mit Docetaxel (in Deutschland als Taxotere® erhältlich) unabhängig vom Lymphknotenbefall, vom Hormonrezeptorstatus oder vom HER-2-Status, sagte Vogel. Die Docetaxel-basierte Behandlung sei die einzige Chemotherapie, die einen derartigen Überlebensvorteil unabhängig vom Hormon-Rezeptorstatus belegt habe.

Geprüft wurde in der Studie eine Kombination von 5-Fluoro-Uracil, Doxorubicin und Cyclophosphamid (FAC-Schema) gegen Docetaxel, Doxorubicin plus Cyclophosphamid (TAC-Schema) in der adjuvanten Situation über sechs Behandlungszyklen alle drei Wochen. Im TAC-Schema schlossen 91 Prozent der Patientinnen alle sechs Zyklen ab, im FAC-Schema waren es 97 Prozent.

Nach fünf Jahren waren in der TAC-Gruppe noch 75 Prozent der Frauen krankheitsfrei im Vergleich zu 68 Prozent in der FAC-Gruppe, berichtete Vogel bei einem Symposium von Sanofi-Aventis. Im TAC-Arm überlebten insgesamt 87 Prozent und im FAC-Arm 81 Prozent der Patientinnen.

Mit der Behandlung nach dem TAC-Schema seien zwar mehr febrile Neutropenien aufgetreten, berichtete Vogel. Es sei jedoch nicht vermehrt zu Infektionen oder nicht-septischen Todesfällen gekommen. Das Auftreten von febrilen Neutropenien und anderen neutropenischen Komplikationen lasse sich durch eine prophylaktische Behandlung mit G-CSF vermeiden. Die nicht-hämatologischen unerwünschten Wirkungen seien in beiden Therapiearmen tolerabel und beherrschbar gewesen.

Docetaxel auch zur adjuvanten Therapie EU-weit zugelassen

Aufgrund der guten Studiendaten ist Docetaxel seit kurzem EU-weit - kombiniert mit Doxorubicin und Cyclophosphamid (TAC-Therapie) - auch zur adjuvanten Therapie von Frauen mit operablem Brustkrebs mit Lymphknotenbefall zugelassen.

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