Ärzte Zeitung, 25.11.2005

Neue adjuvante Brustkrebstherapie wird geprüft

Studie soll helfen, den Nutzen von Gemcitabin und einem Bisphosphonat zu klären / Weniger Rezidive erhofft

FRANKFURT AM MAIN (grue). Läßt sich bei Patientinnen mit Brustkrebs die rezidivfreie Überlebensrate erhöhen, wenn sie nach einer Anthrazyklin-basierten, adjuvanten Chemotherapie zusätzlich ein Taxan plus Gemcitabin erhalten und danach noch mehrere Jahre mit einem Bisphosphonat behandelt werden? Die Antwort darauf erhofft man sich jetzt aus einer neuen Studie.

Die multizentrische, randomisierte Phase-3-Studie trägt das Akronym SUCCESS (Simultaneous Study of Docetaxel-Gemcitabine Combination adjuvant treatment, as well as Extended Bisphosphonate and Surveillance-Trial). An der Studie können Frauen mit Brustkrebs teilnehmen, die entweder Lymphknoten-positiv sind oder ein hohes Rezidiv-Risiko haben.

Die Frauen erhalten zunächst eine Chemotherapie mit drei Zyklen 5-Fluorouracil plus Epirubicin plus Cyclophosphamid (FEC) und danach entweder drei Zyklen des Taxans Docetaxel (Taxotere®) oder drei Zyklen Docetaxel plus Gemcitabin.

Das FEC-Docetaxel-Schema war in Studien einer Anthrazyklin-basierten Standardtherapie ohne Docetaxel überlegen. Dies berichtete Privatdozent Dr. Wolfgang Janni von der LMU München auf einer vom Unternehmen Sanofi-Aventis unterstützten Veranstaltung in Frankfurt am Main. Das Taxan Docetaxel ist aufgrund der guten Studiendaten mittlerweile auch für die adjuvante Brustkrebstherapie zugelassen.

Im Anschluß an die Chemotherapie erhalten die Frauen in der jetzt gestarteten Studie intravenös das Bisphosphonat Zoledronat für drei oder fünf Jahre. Patientinnen mit positivem Hormonrezeptorstatus bekommen darüber hinaus eine Hormontherapie.

Der Grund für die zusätzliche Bisphosphonat-Therapie: Chemo- und Hormontherapien können das Risiko für eine Osteoporose erhöhen, sagte Studienleiter Janni. Zum Schutz der Knochen könne mit einem Bisphosphonat behandelt werden.

Es gebe außerdem Hinweise darauf, daß eine solche Behandlung möglicherweise auch das Risiko für Tumorrezidive senkt, so Janni. Primärer Endpunkt der Studie sei deshalb das rezidivfreie Überleben in den beiden Chemotherapie-Armen sowie nach unterschiedlich langer Bisphosphonat-Therapie.

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