Ärzte Zeitung, 13.12.2007

Everolimus wird bei Mamma-Ca in Phase II geprüft

NÜRNBERG (sto). Bei der Entwicklung und Erforschung neuer Medikamente gegen Krebs wird auch Everolimus geprüft. Er ist bereits zur Prophylaxe von Transplantat-Abstoßungen zugelassen.

Everolimus wird oral verabreicht. Es hemmt den mTOR-Signalweg. mTOR steht für "mammalian target of rapamycin". Das ist der Enzymkomplex jener Signalkaskade, die den Zellzyklus und die Zellvermehrung steuert. Er ist in Krebszellen übermäßig aktiv. Bei vielen Tumorzell-Linien wirkt Everolimus antiproliferativ. Die Anwendung des Wirkstoffs bei Krebs wird bei neuroendokrinen gastroenteropankreatischen Tumoren (GEP) geprüft.

Offenbar kann der Wirkstoff aber auch den Verlauf anderer Tumorerkrankungen positiv beeinflussen, berichtete Professor Gunter von Minckwitz von der Universitätsfrauenklinik in Frankfurt am Main. So werde RAD001 derzeit beim metastasierten Mammakarzinom geprüft, sagte der Onkologe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis Oncology in Nürnberg.

In einer Placebo-kontrollierten Phase-II-Studie mit etwa 110 Patientinnen soll primär die Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Erkrankung bei Mamma-Ca-Patientinnen mit Knochenmetastasen bestimmt werden. Sekundäres Studienziel ist die Ermittlung der objektiven Ansprechrate nach einer achtwöchigen Therapie mit Everolimus.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »