Ärzte Zeitung online, 13.08.2008

Lidocain-Gel nimmt Angst vor Mammografie

BOISE (hub). Schmerz und Unannehmlichkeiten bei einer Mammografie lassen sich mindern: Mit einem Lidocain-Gel, das die Frauen eine Stunde vor der Untersuchung auf ihre Brüste reiben.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit über 400 Frauen im Alter von 32 bis 89 Jahren. 54 Frauen gaben an, in der Vergangenheit Mammografietermine wegen der Unannehmlichkeiten beim Röntgen versäumt zu haben.

Die Frauen wurden in mehrere Gruppen eingeteilt: Sie erhielten ein fünfprozentiges Lidocain-Gel oder ein Placebo-Gel und zusätzlich entweder Ibuprofen, Paracetamol oder Placebo. Die Frauen trugen das Gel 30 bis 90 Minuten vor der Untersuchung selbst auf (Radiology 248, 2008, 765).

Die oralen Schmerzmittel hatten keinen signifikanten Einfluss auf die bei der Mammografie empfundenen Unannehmlichkeiten. Frauen mit dem Lidocain-Gel hingegen gaben eine deutliche Schmerzreduktion im Vergleich zu früheren Untersuchungen an. Von besonderer Bedeutung war den Forschern die Frage "Gehen Sie auch zur nächsten Mammografie-Untersuchung?".

Davon hängt schließlich der Erfolg eines Screeningprogramms ab. Hier antworteten fast 75 Prozent mehr Frauen aus der Lidocain-Gruppe mit "ja" als in der Gruppe mit dem Placebo-Gel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »