Ärzte Zeitung online, 02.07.2010

Spezialisten setzen auf zielgerichtete Therapien bei Brustkrebs

HAMBURG (dpa). Spezialisten für Brustheilkunde setzen auf neue Strategien gegen Brustkrebs. So sollen Gen-Chips bei der Wahl der passenden Arzneien helfen.

"Wir kennen jetzt Schalter, mit denen wir das Wachstum der Zellen gezielt beeinflussen können", sagte der Kieler Professor Walter Jonat am Donnerstag auf der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Hamburg. "Nun müssen wir aber lernen, jene Patientinnen herauszufiltern, bei denen das Umlegen dieser Schalter auch optimal wirksam ist." Dies könne beispielsweise mittels sogenannter Gen-Chips geschehen, mit denen das Tumorgewebe auf bestimmte Merkmale untersucht werden kann, sagte der 2. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Bei der zielgerichteten Therapie geht es um die Bestimmung verschiedener Rezeptoren auf den Tumorzellen oder im Blut. Nicht alle Krebsarten haben solche Rezeptoren auf den Zellen. Doch wo sie vorliegen, haben die Mediziner neben Chemo- und Strahlentherapie weitere Waffen in der Hand, um den Krebs zu bekämpfen. Dazu gehört die Hormontherapie oder der Antikörper Trastuzumab. Die genannten Gen-Chips seien bislang noch nicht zugelassen, würden aber bereits vereinzelt angewandt, sagte Jonat. Eine Idee sei beispielsweise auch, vor einer Behandlung herauszufinden, ob eine Frau überhaupt auf eine belastende Chemotherapie anspreche.

Auf dem dreitägigen Kongress werden auch neue Wirkstoffe namens Parp-Inhibitoren vorgestellt. Sie hemmen Reparaturmechanismen der Krebszellen und werden derzeit in internationalen klinischen Studien getestet. Die Kongressveranstalter stellen bis Samstag auch auf den Prüfstand, wie gut Brustkrebspatientinnen in Deutschland wirklich behandelt werden.

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Immer mehr Frauen überleben Brustkrebs

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