Ärzte Zeitung online, 13.07.2010
 

Brustkrebs-Therapie: Forscher suchen die besten Präparate gegen Nebenwirkungen

FREIBURG (eb). Antihormonelle Therapien gegen Brustkrebs führen oft zu starken klimakterischen Beschwerden. Jetzt soll in einer Studie untersucht werden, welche komplementären Therapien die Symptome am besten lindern können.

"Ein Screening bei 268 Brustkrebspatientinnen der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg ergab, dass 41 Prozent unter schweren menopausalen Beschwerden leiden", berichtet Professor Hans Helge Bartsch in einer Pressemitteilung der Klinik. Dazu gehörten Hitzewallungen und Schweißausbrüche aber auch Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und Erschöpfung. Diese Nebenwirkungen seien häufig der Grund dafür, dass die antihormonelle Therapie abgebrochen wird. Um die Symptome zu lindern, versuchen viele Frauen komplementäre Therapien. Nicht selten wird auf Phytoöstrogene aus Soja oder Rotklee zurückgegriffen. Bekannt sind auch Präparate mit dem Wirkstoff der Traubensilberkerze. Aus der Pflanzenheilkunde stammen ferner Therapieoptionen mit Salbeiblätter-Tee, Baldrian, Melisse oder Johanniskraut. "Die Wirksamkeit der Therapien konnte bislang noch nicht durch Studien belegt werden oder wird wegen widersprüchlicher Studienergebnisse von Experten kontrovers diskutiert", so Bartsch.

Ziel des von der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie e.V. unterstützten Projektes ist es daher, den wissenschaftlichen Kenntnisstand systematisch zusammenzufassen. Auf dieser Grundlage werden Behandlungsempfehlungen erstellt, die zum einen auf den verfügbaren wissenschaftlichen Daten beruhen, zum anderen die klinischen Erfahrungen von Ärzten berücksichtigen. Darüber hinaus sollen weiterführende Studien zur Effektivitätsprüfung ausgearbeitet werden.

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts haben Professor Hans Helge Bartsch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Onkologische Rehabilitation und Nachsorge und Professor Joachim Weis, Leiter der Abteilung Psychoonkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg.

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