Ärzte Zeitung online, 11.11.2010

Brustamputation: Frauen geben Silikon-Implantat den Vorzug

NEW YORK (ikr). Frauen mit Brustkrebs, die nach einer Mastektomie ein Silikonimplantat zur Brustrekonstruktion erhalten, sind deutlich zufriedener als Patientinnen, die ein mit Kochsalz gefülltes Implantat bekommen. Nach einer US-Studie gibt es noch vier weitere Kriterien für die Patientenzufriedenheit.

Brustamputation: Frauen geben Silikon-Implantat den Vorzug

Silikon- versus Kochsalz-Implantat: Frauen waren einer Studie zufolge mit Silikon-Brustimplantaten zufriedener.

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Insgesamt fünf Faktoren haben US-Forscher für die Patientenzufriedenheit nach Brustrekonstruktion ausgemacht. Sie haben 482 Frauen befragt, von denen 176 nach der Mastektomie ein Silikon-Implantat und 306 ein Salz-Implantat erhalten hatten (Cancer online). Beurteilt wurde die Zufriedenheit mit der Behandlung anhand von 15 Kriterien wie Aussehen, Größe und Beschaffenheit der Brust nach dem Wiederaufbau. Für jedes Kriterium gab es maximal vier Punkte, in der Summe waren also 60 Punkte erreichbar.

Die wesentlichen Ergebnisse: Frauen mit Silikon-Implantat waren im Mittel signifikant zufriedener mit ihrer Brust als Frauen mit Kochsalz-Implantat (58 versus 52,5 Punkte). Das könnte unter anderem daran liegen, dass Silikon-Implantate die Brust weicher machen als Salz-Implantate und sich die Brust mit Silikon natürlicher anfühlt, vermuten die US-Forscher. Außerdem sei die Faltenbildung geringer.

Als weiteren Prädiktor für eine stärkere Zufriedenheit erwies sich in der Studie eine beidseitige Mastektomie im Vergleich zur einseitigen Ablatio (59 versus 51 Punkte). Das erklären sich die Forscher unter anderem dadurch, dass bei einseitiger Mastektomie nach dem Wiederaufbau der Brust die Gefahr einer Asymmetrie beider Brüste hinsichtlich Form und Größe größer ist. In der Gruppe der Frauen mit Silikon-Implantat hatten mehr Frauen, und zwar 53 Prozent, eine bilaterale Mastektomie, aber nur 40 Prozent der Frauen mit Kochsalz-Implantat.

Zu einer besseren Beurteilung der Brustrekonstruktion gelangten Frauen auch dann, wenn sie weder in der Vergangenheit noch nach der Mastektomie eine Strahlentherapie bekommen hatten. Eine weitere Erkenntnis: Die Zufriedenheit mit der Rekonstruktion nahm mit der Zeit ab. Direkt nach dem Eingriff waren die Frauen zufriedener als zwei bis drei Jahre später. Das könnte nach Auffassung der Autoren mit Spätkomplikationen wie Narbenbildung und Kapselkontrakturen um das Implantat herum zusammenhängen.

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