Ärzte Zeitung online, 05.01.2011

Viel Bauchspeck: Hohes Brustkrebs-Risiko in jungen Jahren

BOSTON (ikr). Frauen mit viel Bauchspeck in der Prämenopause haben einer aktuellen Studie zufolge ein nahezu dreifach erhöhtes Risiko für ein Östrogenrezeptor-negatives Mammakarzinom.

Viel Bauchspeck - dann ist das Risiko für Brustkrebs in jungen Jahren erhöht

Viel Bauchspeck: Diese Frau könnte ein deutlich höheres Brustkrebs-Risiko haben als etwa ihre schlankeren Freundinnen.

© dpa

US-Forscher haben bei 45 799 Frauen in der Prämenopause aus der bereits 1989 gestarteten Nurses‘ Health Study die Brustkrebsrate und die Gewichtsentwicklung dokumentiert und analysiert (Journal of the National Cancer Institute online). Von 1993 bis 2005 wurden bei den Frauen 620 invasive Mammakarzinome diagnostiziert.

Bei einer ersten Analyse der Daten war kein Zusammenhang zwischen der Brustkrebsrate und dem Hüft- oder Taillenumfang der Frauen gefunden worden, auch nicht unter Berücksichtigung des Body Mass Index und der Familienanamnese für Brustkrebs. Bei einer zweiten Auswertung war das nach Berücksichtigung des Östrogen-Rezeptorstatus der Karzinome jedoch anders: Bei Frauen mit dem höchsten Taillenumfang, das heißt mit dem meisten Bauchfett, war die Rate der Östrogen-Rezeptor-negativen Mammakarzinome signifikant um den Faktor 2,75 höher als bei den Frauen mit dem wenigsten Bauchfett. Und bei den Frauen mit dem größten Verhältnis von Taille- zu Hüftumfang war das Risiko für Östrogen-Rezeptor-negative Mammakarzinome praktisch verdoppelt. Nicht signifikant erhöht war die Rate dieser Art von Brusttumoren hingegen bei den Frauen mit dem höchsten Hüftumfang im Vergleich zu den Frauen mit dem niedrigsten Hüftumfang.

Die US-Forscher haben eine mögliche Erklärung für ihre Studiendaten: Intraabdominales Fett unterscheidet sich metabolisch von subkutanem Fett. Das Bauchfett hat ungünstige Effekte auf Insulin, freie Fettsäuren und Sex-hormon-bindendes Globulin (SHBG). Solche Stoffwechselveränderungen werden schon seit längerem mit einem erhöhten prämenopausalen Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »