Ärzte Zeitung online, 01.07.2011

Weniger Brustkrebstote durch Mammografie-Screening

NEU-ISENBURG (ikr). Durch Mammografie-Screening lässt sich die Brustkrebssterberate um 30 Prozent verringern. Nehmen 300 Frauen zehn Jahre lang an der Maßnahme teil, wird eine von ihnen vor dem Tod durch Brustkrebs gerettet. Das bestätigen Studiendaten über einen Zeitraum von 29 Jahren.

Weniger Brustkrebstote durch Mammografie-Screening

Das Mammografie-Screening senkt das Brustkrebssterberisiko bei Frauen, wie eine Langzeitstudie zeigt.

© Mathias Ernert, Radiologische Gemeinschaftspraxis Dr. Nunninger, Dr. Bock, Prof. Dr. Steudel, Weinheim

Eine internationale Forschergruppe hat eine aktuelle Datenanalyse von Teilnehmerinnen des seit Ende der 1970er Jahre laufenden Swedish Two-County Trial vorgelegt (Radiology online, 28.06.).

Insgesamt 133.065 Frauen im Alter zwischen 40 und 74 Jahren aus zwei schwedischen Regionen wurden entweder zur Teilnahme an einem Mammografie-Screening eingeladen oder einer Kontrollgruppe mit der üblichen ärztlichen Versorgung zugeteilt.

Sterberate signifikant geringer

Frauen zwischen 40 und 49 Jahren wurden im Durchschnitt alle 24 Monate geladen und Frauen zwischen 50 und 74 Jahren im Schnitt nur alle 33 Monate.

Bereits bei der ersten Analyse der Studiendaten hatten die Forscher errechnet, dass die Brustkrebssterberate bei Frauen aus der Screening-Gruppe signifikant um 30 Prozent geringer war als in der Kontrollgruppe (Lancet 1985; 1(8433): 829).

Beteiligung betrug 85 Prozent

In der aktuellen Analyse nach nunmehr 29 Jahren hat sich diese Bilanz bestätigt, und zwar bei einer Beteiligung von 85 Prozent: Bei den 77.080 Frauen in der Screening-Gruppe gab es 351 Todesfälle durch Brustkrebs und bei den 55.985 Frauen in der Kontrollgruppe 367.

Das bedeutet nach den Berechnungen der Forscher eine hochsignifikante Reduktion der Sterberate um 31 Prozent zugunsten der Screening-Gruppe.

126 Todesfälle verhindert

Die absoluten Zahlen: In 29 Jahren wurden 126 Brustkrebstodesfälle verhindert. Das heißt: 414 Frauen müssen sieben Jahre lang am Mammaografie-Screening teilnehmen, damit ein Brustkrebs-Todesfall verhindert wird.

Oder anders ausgedrückt: Es müssen 300 Frauen zehn Jahre lang am Screening teilnehmen, um ein Leben zu retten. Und: Wenn 100 Frauen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren alle zwei Jahre an einem Mammografie-Screening teilnehmen, werden 8 bis 11 Leben gerettet.

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