Ärzte Zeitung, 07.03.2012

Brustkrebs: Angst verhindert Röntgenkontrollen

DURHAM (rb). Kontrollmammografien können die Überlebenschancen von Patientinnen nach einer Brustkrebstherapie verbessern. Dennoch verzichten viele Frauen darauf. Wer das tut und warum, das haben Ärzte der Duke University in Durham /USA nun untersucht.

Es sind vor allem jüngere Frauen und solche, deren Operation noch nicht lange zurückliegt, die seltener zur Kontrollmammografie erscheinen (JCO 2012; online 13. Februar).

Auch Lymphödeme der Arme erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die unangenehme Röntgenuntersuchung unterbleibt. Dahinter steckt oft die Angst vor Schmerzen, wie eine Studie mit 204 Brustkrebspatientinnen nun belegt hat.

Die Forscherinnen und Forscher aus Durham haben darin überprüft, ob die Frauen in den 15 Monaten nach Beginn der Studie ein Mammogramm anfertigen ließen.

Von den 204 Studienteilnehmerinnen gingen immerhin 84,8 Prozent zur Kontrolluntersuchung - ein guter Wert, denn in früheren Studien waren Verweigerungsraten von 20 Prozent bis über 50 Prozent beobachtet worden.

Wichtiger Grund: Schmerzen bei der Mammografie

Die teilnehmenden Frauen waren im Schnitt 60 Jahre alt, ihre Therapie lag im Schnitt mehr als fünf Jahre zurück. Die Nicht-Teilnehmerinnen waren rund fünf Jahre jünger und hatten die Behandlung seit durchschnittlich vier Jahren hinter sich.

Von den Teilnehmerinnen hatten 11,6 Prozent ein Lymphödem, verglichen mit 25,8 Prozent der Frauen, die ihre Mammografie ausfallen ließen.

Die genaueren Gründe für das Fernbleiben ergaben sich aus psychologischen Tests. Frauen, die ausgeprägte Angst vor der Mammografie äußerten, blieben demnach häufiger zu Hause.

Dabei war es offenbar sehr wichtig, ob das Ausmaß der Schmerzen während der Mammografie besonders schwarzgemalt wurde.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verursacht Kiffen Psychosen?

Wer kifft, trägt ein erhöhtes Psychoserisiko. Ob dies am Konsum von Cannabis liegt, ist aber alles andere als klar. Eine aktuelle Studie liefert immerhin neue Indizien. mehr »

Resistenzen behindern Kampf gegen TB

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten - ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete dafür harsche Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »