Ärzte Zeitung, 23.03.2012

Kein Anstieg der Brustkrebsrate bei unter 40-Jährigen

NEU-ISENBURG (bd). Jede vierte Mammakarzinom-Patientin ist unter 55 Jahre alt, und jede zehnte ist noch keine 40 Jahre alt. Insgesamt stieg die altersstandardisierte Erkrankungsrate in den letzten 30 Jahren um 50 Prozent. Dies weisen aktuelle Zahlen des Robert Koch-Institutes aus.

Der höchste Anstieg der Brustkrebsrate ist bei den Frauen über 50 Jahre zu verzeichnen. In der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren hat es einen Anstieg von knapp zehn Prozent gegeben, und bei den unter 40-jährigen keinen Anstieg.

Die Münchner Epidemiologin Professor Jutta Enel weist darauf hin, dass absolut gesehen mehr jüngere Frauen erkranken. Das liege aber daran, dass die geburtenstarken Jahrgänge jetzt in die relevanten Altersgruppen kämen und es dadurch mehr Krebsfälle in dieser Altersgruppe gebe.

Ein positiver Trend: Bei Brustkrebs-Patientinnen unter 50 Jahre ist - ähnlich wie in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 - eine Zunahme der in situ- und T1-Tumoren festzustellen. Darauf hat die Münchner Epidemiologin im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" hingewiesen.

Sie vermutet, dass dies an der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit für das Thema Brustkrebs liegt. Auch jüngere Frauen gingen wohl häufiger zur Vorsorgeuntersuchung.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So will Deutschland den Zuckerberg bezwingen

Zu viel und zu schlecht gekennzeichnet: Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesunde Ernährung unnötig, so die Kritik beim 2. Zuckerreduktionsgipfel. mehr »

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »