Ärzte Zeitung, 03.02.2015

Therapiefortschritt erreicht

Weniger Ältere mit Brustkrebs

LEIDEN. Bei älteren Frauen mit metastasiertem Brustkrebs hat sich trotz Verbesserungen in der Therapie die Gesamtüberlebensrate in den vergangenen 20 Jahren nicht erhöht. Das lassen Daten von über 14.300 Patientinnen vermuten, berichtet das Team um die Chirurgin Nienke A. de Glas von der Universität Leiden.

Für die statistische Auswertung wurden drei Altersgruppen gebildet: jünger als 65 Jahre, zwischen 65 und 75 Jahre sowie älter als 75 Jahre. Innerhalb von zwei Dekaden, in deren Verlauf die Chemotherapie immer stärker genutzt wurde, besserte sich das Gesamtüberleben bei den jüngeren Patientinnen signifikant. Die Mortalität ging pro Jahr um 2 Prozent zurück.

Dagegen besserte sich das Gesamtüberleben bei den über 75-Jährigen nicht (Eur J Cancer 2015; online 2. Januar). Ältere Patientinnen wurden zudem anders als jüngere behandelt. So lag der Anteil der Frauen unter 65, die wegen des Primärtumors operiert worden waren, bei 32 Prozent, aber nur bei knapp 17 Prozent in der Gruppe der Frauen älter als 75 Jahre.

Auch wurden Ältere seltener bestrahlt (8,2 versus 17,7 Prozent). Nach Angaben von de Glas und ihren Kollegen erhielten ältere Patientinnen eher als jüngere eine Antihormontherapie und seltener eine Chemotherapie.Der Unterschied in den Überlebensraten zwischen jungen und älteren Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs wurde bereits in früheren Studien bei Frauen mit einem nicht metastasierten Mammakarzinom beobachtet.

De Glas und ihre Kollegen vermuten, dass in beiden Fällen eine Unter- oder Übertherapie aufgrund des höheren Alters die Ursache ist. Einerseits könnten Patientinnen höheren Alters bestimmte Therapeutika vorenthalten werden, andererseits leben möglicherweise ältere Patientinnen nicht länger aufgrund unerwarteter Toxizitäten der Krebsbehandlung oder antihormonellen Therapie. (ple)

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