Ärzte Zeitung, 25.09.2008

Praxis


Gewinner des Prix Galien Schweiz 2007. Kandidat für den Prix Galien International 2008.
Hier stellt sich der Kandidat vor.

Alle Patientengruppen mit mRCC können profitieren

Praxiserfahrungen bestätigen die Studien: Hohe Wirksamkeit von Sunitinib beim metastasierten Nierenzell-Ca (mRCC).

Die tägliche Praxis spiegelt die Ergebnisse der klinischen Studien wider. Der größte Teil der Patienten mit Nierenkrebs kann mit Sunitinib (Sutent®) erfolgreich behandelt werden. Oft macht sich der Wirkungsbeginn von Sunitinib rasch bemerkbar. Bereits wenige Tage nach Therapiebeginn verspüren viele Patienten ein Nachlassen der tumorinduzierten Symptome wie Hustenreiz, Atemnot und Knochenschmerzen.

Außer in kontrollierten klinischen Studien zur Erstlinien-Therapie wurde Sunitinib auch in einem umfangreichen "Expanded access"-Programm (EAP) mit bisher 4185 Patienten untersucht. Wichtig war, dass die Zeit bis zur Tumorprogression mit der Zulassungsstudie vergleichbar war (etwa elf Monate), es ergaben sich aber auch Unterschiede - etwa bei der Gesamtremissionsrate.

Der Beginn der Wirkung ist oft rasch bemerkbar.

Dies beruht wahrscheinlich darauf, dass eine systematische Erfassung des Ansprechens nicht vorgeschrieben war, die Patienten im EAP im Gegensatz zur klinischen Studie nicht selektiv aufgenommen wurden und dass Vortherapien zugelassen waren. In der Zulassungsstudie (nur First-line-Therapie) lag die Gesamtansprechrate in der Sunitinibgruppe bei 47 Prozent, im EAP bei 17 Prozent. Zudem sind in das EAP auch Patienten mit sehr ungünstigem Risikoprofil, darunter 209 Patienten mit Hirnmetastasen, aufgenommen worden. Die Therapie mit Sunitinib führte bei zwölf Prozent der Patienten zu einer mindestens 30-prozentigen Rückbildung der Tumorgröße (J Clin Oncol 26, 2008, 273, Abstr. 5094). Die Wirksamkeit bei den schwer therapierbaren Patienten kann damit zusammenhängen, dass Sunitinib als "small molecule" die Bluthirnschranke penetrieren kann.

Die Sunitinb-Therapie ist eine orale Therapie mit einer Tablette (50 mg) täglich. Ein Therapiezyklus besteht aus 28 Tagen Therapie und 14 Tagen Therapiepause. Längere Therapiepausen sind nicht vorgesehen. In Studien wurde auch eine Dauertherapie mit 37,5 mg geprüft. Dies führte zu einer etwas geringeren Effektivität, die Verträglichkeit verbesserte sich jedoch. Für Patienten, die die zugelassene, höhere Dosierung nicht vertragen, sei die Dauermedikation möglicherweise eine Alternative, so die Erfahrungen des niedergelassenen Onkologen Dr. Norbert Marschner aus Freiburg.

Nur wenige Nierenkrebs-Patienten sind nach Marschners Angaben für die Sunitinib-Therapie ungeeignet. Da es eine orale Medikation ist, sollte in Studien untersucht werden, inwieweit die Arznei bei Patienten mit gestörter gastrointestinaler Resorption - etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen - möglicherweise eine eingeschränkte Resorption zeigt.

Bei einer Therapie mit Sunitinib können Schleimhautreizungen auftreten, die sich etwa als Diarrhoe oder Mukositis äußern. Marschner: "Ist die Schleimhauttoxizität zu intensiv, muss die Sunitinib-Dosis überdacht und gegebenenfalls die Therapie umgestellt werden." Meist werde durch eine Modifikation der Dosis und durch supportive Maßnahmen eine bessere Verträglichkeit erreicht. (ple)

Weitere Beiträge zur Serie:
"Innovationen - Forschung in Deutschland und international"

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