Ärzte Zeitung online, 07.09.2009

Nur ein Schnitt: Weltpremiere bei Nierentumor-Operation

MÜNSTER (eb). Weltpremiere am Universitätsklinikum Münster (UKM): Nach Angaben der UKE entfernten Ärzte in der Klinik und Poliklinik für Urologie weltweit erfolgreich mit einem einzigen kleinen Schnitt per Schlüsselloch-Op eine Niere bei einem Patienten mit bösartigem Nierentumor gemacht.

Die neue Methode wird retroperitoneoskopische Single Port-Nierenentfernung genannt. Die Vorteile dieser Methode liegen für den Leitenden Oberarzt der Klinik, Privatdozent Christian Wülfing, der die Operation gemeinsam mit seinem Kollegen Privatdozent Edwin Herrmann durchführte, auf der Hand: "Im Vergleich zu herkömmlichen Op-Methoden haben die Patienten weniger Schmerzen, es kommt seltener zu Komplikationen und die Betroffenen erholen sich schneller." So auch bei dem 81-jährigen Patienten der Weltpremiere: Bereits vier Tage nach dem Eingriff konnte er in gutem Allgemeinzustand und nahezu schmerzfrei entlassen werden. Was bleibt, ist lediglich eine kleine Narbe.

Laparoskopische urologische Eingriffe, bei denen die OpP-Instrumente in der Regel durch vier kleine Schnitte in den Körper eingeführt werden, werden am UKM bereits seit fünf Jahren gemacht. Ein neuartiges und flexibleres Instrumentarium ermöglicht nun den Zugang über nur noch einen einzigen Schnitt.

Die Münsteraner Mediziner entschieden sich für einen retroperitoneoskopischen Zugang zur Niere, was bedeutet, dass der Patient während der Operation auf der Seite liegt und die Niere über die Flanke endoskopisch operiert werden kann.

Wülfing und sein Team sind nach Angaben der UKM die weltweit ersten, die diesen Eingriff vorgenommen haben.

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