Ärzte Zeitung online, 11.03.2010

"Lebender Wecker" klingelt für die Niere

BERLIN (eb). Zum Weltnierentag am 11. März 2010 klingelt um 12.30 Uhr auf dem Potsdamer Platz in Berlin ein aus Menschen gebildeter Wecker. Damit möchten die Mitarbeiterdes in Berlin ansässigen forschenden Arzneimittelherstellers Pfizer Deutschland auf das Thema Nierenkrebs aufmerksam machen.

Im Mittelpunkt der Aktion "Mehr Zeit gewinnen - für Patienten mit Nierenkrebs" steht der symbolisch mit der "lebenden Uhr" dargestellte Faktor Zeit. "Nierenkrebs ist eine Erkrankung, bei der eine rechtzeitige Diagnose lebensrettend sein kann. Dann gibt es durchaus noch Heilungschancen", sagte Dr. Tobias Eichhorn, Leiter der Onkologie des auf die Entwicklung von Krebstherapien spezialisierten Bereichs von Pfizer Deutschland.

Im fortgeschrittenen Stadium sei - trotz enormer therapeutischer Fortschritte in den letzten Jahren - Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Dann gehe es bei der Behandlung darum, für die Patienten wert-volle Lebenszeit bei möglichst hoher Lebensqualität zu gewinnen. Unterstützt wird die Aktion des Arzneimittelherstellers von der Patientenorganisation "Das Lebenshaus e.V.", die sich für Nierenkrebspatienten und deren Angehörige einsetzt.

"Mit der besonderen Aktion möchten wir Bewusstsein für eine seltene Krebserkrankung schaffen, die sonst wenig öffentliche Beachtung findet", sagte Dr. Marion Beier, Bereichsleiterin Nierenkrebs von "Das Lebenshaus e.V".

Verbunden ist die Aktion mit einer Pfizer-Spendenaktion auf Facebook: Für die ersten 4000 Fans der Seite www.facebook.com/zeit-gewinnen spendet Pfizer Oncology je fünf Euro zugunsten des Lebenshaus-Projekts "Gesprächszeit Nierenkrebs". Dieser Betrag wird dafür eingesetzt, Nierenkrebspatienten in ihrer schwierigen Situation durch Vorbereitungstrainings auf das Arzt-Patienten-Gespräch zu unterstützen.

Jedes Jahr erkranken zirka 14 000 Menschen in Deutschland neu an Nierenkrebs, Männer fast zweimal so häufig wie Frauen. Männer erkranken auch etwas früher - im Mittel mit 67 Jahren. Das mittlere Erkrankungsalter von Frauen liegt bei 71 Jahren. Die Ursachen für Nierenkrebs sind nicht eindeutig geklärt. Als wichtiger Risikofaktor gilt das Rauchen. Aber auch Übergewicht, toxische Chemikalien, chronische Nierenerkrankungen, Alkohol-, Drogen- oder Schmerzmittelmissbrauch gehören dazu.

Da Nierenkrebs keine typischen Frühsymptome verursacht, wird er in der Regel nur zufällig entdeckt. Zum Zeitpunkt der Diagnose ist der Nierenkrebs bei 45 Prozent der Patienten lokal begrenzt, bei 25 Prozent lokal fortgeschritten und bei 30 Prozent haben sich bereits Metastasen gebildet. Die Prognose der Patienten ist eng mit der Tumorgröße verbunden: Bei lokaler Begrenzung liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 80 bis 90 Prozent, bei Patienten mit Metastasen unter zehn Prozent. Wenn möglich, wird der Tumor operativ entfernt. Im fortgeschrittenen Stadium, bei Metastasierung, ist meist keine Heilung mehr möglich, so dass die Therapie in der Regel die Lebensverlängerung und Linderung der Beschwerden zum Ziel hat. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose des Tumors, bevor es zur Metastasenbildung kommt, sehr wichtig. In Verdachtsfällen kann der Arzt durch Ultraschall, Computer-Tomographie und Gewebeproben genau feststellen, ob ein bösartiger Nierentumor vorliegt und ob weitere Organe betroffen sind.

Lesen Sie zum Weltnierentag auch:
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