Ärzte Zeitung, 28.11.2016
 

Aus "soll" wird "kann"

Leitlinie zu Nierenkrebs wird angepasst

Entwicklungen in der Immuntherapie haben Änderungen der Leitlinie zum Nierenzellkarzinom erforderlich gemacht.

LEIPZIG. Im Sommer 2016 wurde ein Update der Leitlinie zum Nierenzellkarzinom vorgenommen, wie Professor Viktor Grünwald von der Medizinischen Hochschule Hannover bei der DGHO-Jahrestagung berichtete. Grünwald war an der Entwicklung der Leitlinie als DGHO-Vertreter beteiligt.

Zu den Änderungen gehöre, dass mit Cabozantinib, Nivolumab und Lenvatinib neue "Spieler" für die Zweitlinientherapie in die Empfehlungen aufgenommen worden seien, so der Onkologe. "Wir haben damit auch die bestehenden Therapeutika Axitinib und Everolimus in der Empfehlungsstärke herabgestuft".

Der Grund seien fehlende Überlebensdaten, die aber für andere Medikamente vorhanden seien. In der Update-Version der Leitlinie heißt es nun: "Nach Versagen von mindestens einem VEGF-Inhibitor kann Everolimus eingesetzt werden", und "In der Zweitlinientherapie nach Sunitinib oder Zytokinen kann Axitinib verwendet werden". In der ursprünglichen Version hieß es anstelle von "kann" "soll".

Die Fortschritte bei der Entwicklung immunonkologischer Präparate haben dazu geführt, dass auch die Leitlinie entsprechend angepasst wurde.

Grünwald: "Ich denke, die Nachbeobachtung unter einer Immuntherapie ist ein wichtiger Teil, den man nicht vergessen darf."

In der Update-Version heißt es dazu: "Patienten, die eine Therapie mit Nivolumab erhalten, sollen engmaschig und bis zu zwölf Monate nach Therapieende auf immunvermittelte Nebenwirkungen kontrolliert werden. Treten Immuntherapie-assoziierte Nebenwirkungen auf, sollen diese umgehend therapiert werden." (ple)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »