Ärzte Zeitung, 27.03.2009

Heiß geschlürfter Tee begünstigt Ösophaguskrebs

TEHERAN (mut). Seinen Tee sollte man lieber nicht zu heiß trinken, sonst steigt das Risiko für Tumoren in der Speiseröhre. Wer nach dem Einschenken vier Minuten wartet, hat aber wohl nichts mehr zu befürchten, berichten persische Ärzte.

Heiß geschlürfter Tee begünstigt Ösophaguskrebs

Tee sollte man nicht zu heiß trinken, sonst steigt womöglich das Risiko für Speiseröhrenkrebs.

Foto: AGphotographer©www.fotolia.de

In einer Fall-Kontrollstudie hatten die Ärzte aus Teheran analysiert, ob es einen Zusammenhang zwischen Trinktemperatur und Krebsrisiko gibt. Sie eruierten die Trinkgewohnheiten von 300 Patienten mit Ösophaguskarzinom aus der Provinz Golestan im Norden des Iran. Dort ist die Häufigkeit für diesen Tumor weltweit mit am höchsten. Bekannte Auslöser wie Alkohol oder Tabak fallen als Erklärung aus, jedoch wird Tee dort gerne sehr heiß getrunken.

Die Forscher verglichen nun die Trinkgewohnheiten der Patienten mit denen von 571 gesunden Personen. Das Ergebnis: Patienten mit Ösophaguskarzinom tranken ihren Tee im Schnitt deutlich heißer als Gesunde. Daraus berechneten die Ärzte: Wird Tee regelmäßig innerhalb von zwei Minuten nach dem Einschenken getrunken, so steigt das Krebsrisiko um mehr als das Fünffache, wird der Tee nach zwei bis drei Minuten getrunken, so ist die Gefahr noch immer zweieinhalb Mal höher als nach vier oder mehr Minuten Wartezeit.

Abstract der Studie "Tea drinking habits and oesophageal cancer in a high risk area in northern Iran: population based case-control study"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schadet Marihuana dem Herz?

Haschischraucher sterben häufiger an Hypertonie-bedingten Todesursachen als Tabakraucher: Darauf deuten Resultate einer Studie - die allerdings auf wackligen Daten steht. mehr »

Schuss vor den Bug auch der alternativmedizinischen Ärzte

Die Heilpraktiker wehren sich. Sie fühlen sich bei der vom "Münsteraner Kreis" angestoßenen Debatte um die Reform oder gar Abschaffung ihres Geschäftsfeldes außen vor. mehr »

Wenn die Religion mit im Behandlungszimmer sitzt

Blogger Hekim Colpan erlebt immer wieder, dass ein Patient nicht optimal behandelt werden kann, weil die Religion dem im Weg steht. Die Patienten müssten den Ärzten helfen, zu verstehen. mehr »