Ärzte Zeitung, 19.04.2005

Neuer Wirkstoff bei Prostata-Ca wird geprüft

ISTANBUL (mut). Ein neues Medikament senkt schnell und effektiv den Testosteronspiegel bei Männern mit Prostata-Karzinom. Das hat eine vierwöchige Phase-II-Studie mit knapp 170 Prostata-Ca-Patienten ergeben. In der Studie erhielten die Männer eine einmalige Injektion mit der als Degarelix bezeichneten Substanz. Die Substanz blockiert den Rezeptor für Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH). GnRH kurbelt bekanntlich über die Freisetzung von Luteinisierendem Hormon (LH) die Testosteron-Produktion an.

In die Studie, die auf dem Urologenkongreß in Istanbul in der Türkei vorgestellt worden war, wurden zuvor unbehandelte Männer mit Prostata-Ca aufgenommen, für die eine Hormon-Therapie infrage kam. Die Männer hatten im Schnitt Testosteron-Werte von 416 ng/dl und stark erhöhte PSA-Werte von im Schnitt 38 ng/ml.

Drei Tage nach der Injektion von 240 mg der Substanz sanken die Testosteronwerte bei 96 Prozent der Teilnehmer unter einen Wert von 50 ng/dl, was einer chemischen Kastration entspricht. Die Werte bleiben auch bis zum 28. Tag unter diesem Niveau, wie Dr. Teuvo Tammela aus Tampere in Finnland berichtete.

Im Gegensatz zu einer Hormon-Therapie mit GnRH-Analoga fielen die Testosteronwerte sofort. Bei den zur Prostata-Ca-Therapie häufig verwendeten GnRH-Analoga kommt es dagegen zunächst zu einem kurzfristigen Testosteron-Anstieg, bevor die Sexualhormone herunterreguliert werden.

Das neue Medikament wird vom Unternehmen Ferring entwickelt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »