Ärzte Zeitung, 06.11.2006

Kombitherapie kann bei Prostata-Ca Lebenszeit verlängern

Studie mit 250 Männern / Docetaxel und hochdosiertes Calcitriol sind einer Monotherapie überlegen / Behandlung für Patienten besser verträglich

HAMBURG (mut/KHS). Männer mit hormonrefraktärem Prostatakarzinom profitieren von eine Kombitherapie mit Docetaxel und Calcitriol. Möglicherweise genügt es sogar, wenn sie damit intermittierend behandelt werden.

Ultraschall-Bild eines Prostata-Karzinoms im rechten Prostata-Lappen. Foto: Hofmann/von Knobloch

Eine Kombination von Docetaxel (Taxotere®) und hochdosiertem Calcitriol ist einer Docetaxel-Monotherapie deutlich überlegen. Darauf deuten Zwischenergebnisse der ASCENT-Studie, die beim Urologenkongreß in Hamburg vorgestellt worden sind. ASCENT steht für Androgen-independent Prostate Cancer Study of Calcitriol Enhancing Taxotere.

An der Phase-II-Studie nahmen 250 Männer mit fortgeschrittenem, Hormon-unabhängigem Prostata-Ca teil. Die Patienten erhielten entweder hochdosiertes Calcitriol (45 µg täglich) oder Placebo zusätzlich zur Docetaxel-Therapie. Primärer Endpunkt war der Anteil von Patienten, bei denen sich der PSA-Wert um mindestens 50 Prozent reduzierte. Dieser Anteil betrug mit der Kombitherapie 63 Prozent, mit der Docetaxel-Monotherapie 52 Prozent. Der Unterschied war nicht signifikant.

Einen signifikanten Unterschied gab es dagegen bei der medianen Lebenszeit: Sie lag mit Docetaxel alleine bei 16,4 Monaten, mit der Kombitherapie bei geschätzten 23,5 Monaten - der tatsächliche Wert wurde noch nicht erreicht (ECCO Abstract Nr. 118, 2006).

Außerdem war Docetaxel in Kombination mit Calcitriol verträglicher gewesen als Docetaxel plus Placebo. Thrombembolische Komplikationen und gastrointestinale Störungen sind deutlich seltener beobachtet worden, sagte Professor Peter Albers vom Klinikum Kassel.

In der ASCENT-Studie seien etwa 20 Prozent der Patienten intermittierend mit Docetaxel plus Calcitriol behandelt worden. Dabei kam es ebenfalls bei über der Hälfte zu einer PSA-Senkung von mindestens 50 Prozent. Es gebe zudem Hinweise, daß die intermittierende Behandlung ähnlich wirksam ist wie die kontinuierliche Therapie, so Albers auf einem Symposium von Sanofi-Aventis. Auch hätten die Patienten aufgrund der geringeren Therapiebelastung eine höhere Lebensqualität, und dies fördere wiederum die Compliance.

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