Ärzte Zeitung, 22.02.2010

Nitroglycerin als Pflaster bremst PSA-Anstieg

KINGSTON (ple). Mit einem Pflaster, das niedrig dosiert Glyceroltrinitrat freisetzt, lässt sich möglicherweise das Fortschreiten eines Prostata-Karzinoms verzögern.

Da eine Mangelversorgung mit Sauerstoff von Tumoren als unabhängiger Risikofaktor für eine schlechte Prognose bei Krebspatienten gilt, haben kanadische Urologen in einer Pilotstudie geprüft, welchen Effekt die kontinuierliche Freisetzung von niedrig dosiertem Glyceroltrinitrat (GTN) auf die Verdopplungszeit des PSA-Wertes (Prostata-spezifisches Antigen) hat. An der prospektiven offenen Studie nahmen 29 Männer teil, die wegen eines Prostata-Karzinoms operiert oder bestrahlt worden waren (Urology 74, 2009, 878).

Die PSA-Werte lagen zu Beginn im Mittel bei 4,5 ng/ml. Die Patienten trugen zwei Jahre lang Pflaster, die 33 ng GTN pro Stunde freisetzen. Wie Dr. D. Robert Siemens aus Kingston berichtet, wurde die Verdopplungszeit des PSA-Wertes durch die Behandlung tatsächlich signifikant verlängert, und zwar von 13,3 Monaten auf fast 32 Monate.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »