Ärzte Zeitung online, 23.03.2010

Walnüsse gegen Prostatakrebs - das hilft zumindest Mäusen

SAN FRANCISCO (dpa). Walnüsse wirken nicht nur Herzproblemen entgegen, sie können zumindest bei Mäusen auch Prostatakrebs bremsen. Eine Studie zeigt, dass Prostatatumore langsamer wachsen und wesentlich kleiner bleiben, wenn die Nager reichlich Walnüsse zu knabbern bekommen.

Walnüsse gegen Prostatakrebs - das hilft zumindest Mäusen

Knuspern gegen Prostatakrebs. © ivan kmit / fotolia.com

Das Ergebnis wurde am Montagabend auf der Jahrestagung des US-Amerikanischen Chemikerverbandes (ACS) in San Francisco vorgestellt. Die Tiere hatten eine genetische Anlage für Prostatakrebs.

Dass Walnüsse das schlechte Cholesterin LDL senken und damit Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen können, ist schon länger bekannt. Vor kurzem hatte ein Team um Dr. Paul Davis an der Universität von Kalifornien in Davis nachgewiesen, dass Walnüsse auch Entzündungen an den Blutgefäßwänden abbauen können. Der Elaine Hardman von der Marshall University School of Medicine hatte im vergangenen Jahr von Hinweisen auf eine vorbeugende Wirkung gegen Brustkrebs berichtet.

Jetzt fütterte das Team um Davis Labormäuse zwei Monate lang täglich mit einer Walnussmenge, die 14 Stück für einen Menschen entspricht. Kontrolltiere bekamen derweil Sojabohnen-Öl zusätzlich zu ihrer normalen Ernährung vorgesetzt.

Am Ende der Untersuchung waren die Prostatageschwüre bei den walnussgefütterten Mäusen im Schnitt 50 Prozent kleiner und entwickelten sich nur ein Drittel so schnell wie die Tumoren der Kontrolltiere.

"Einem Nahrungsfahrplan, der die Gesundheit der Prostata mit im Auge hat, sollten Walnüsse angehören", sagte Davis dazu. Diese Nüsse "sollten Teil jeder ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse sein", ergänzte er.

Der Prostataschutz von Walnüssen könnte in ihrer Fähigkeit liegen, einen als insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) bekannten Eiweißstoff abzubauen. Hohe Anteile dieses Proteins im Blut gelten als Fingerzeig auf ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko. Um die Wirkung der Nüsse zu sehen, bedienten sich die US-Forscher einer neuen Gen- Chip-Technologie, mit der sie genetische Veränderungen im Tumor und in der Leber der Tiere beobachten konnten. Dabei fanden sie, dass Walnüsse sowohl im Tumor als auch in der Leber positiv auf jene Gene einwirken, die das Wachstum von Krebs mit kontrollieren.

Zur Pressemitteilung des ACS "Real-world health nuts: First evidence that walnuts may help fight prostate cancer"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »