Ärzte Zeitung online, 25.02.2013
 

Sport gegen Prostatakrebs

Prävention je nach Hautfarbe?

Sportliche Aktivität senkt das Risiko für Prostatakrebs - aber offenbar nur, wenn man hellhäutig ist.

Prävention je nach Hautfarbe?

Daumen hoch?

© Robert Kneschke / fotolia.com

DURHAM. Dass dunkelhäutige Männer häufiger an einem Prostatakarzinom erkranken als hellhäutige, haben bereits frühere Studien aus den USA gezeigt, ebenso dass der Krebs bei Afroamerikanern im Schnitt aggressiver ist und mit einer höheren Sterblichkeit einhergeht.

Wie sich jetzt herausstellt, scheinen Männer mit dunkler Hautfarbe auch schlechtere Chancen zu haben, der Erkrankung vorzubeugen, etwa durch sportliche Aktivität.

Regelmäßiges Workout führte in der Studie von Abhay A. Singh und Kollegen von der Duke University in Durham dazu, dass "Mann" signifikant seltener an Prostatakrebs erkrankte, aber eben nur bei den hellhäutigen Teilnehmern.

Diese mussten auf ein metabolisches Äquivalent (MET) von mindestens neun Stunden pro Woche kommen, dann sank das Karzinomrisiko signifikant gegenüber Männern, die ihre Freizeit überwiegend auf der Couch verbracht hatten.

Neun MET entsprechen beispielsweise drei einstündigen Spaziergängen oder einer Stunde intensivem Schwimmen. Der Nutzen zeigte sich unabhängig von Alter, BMI, familiärer Belastung und Begleiterkrankungen (Cancer 2013; online 11. Februar).

In der Gruppe der Afroamerikaner blieb dieser Effekt vollkommen aus: Das Risiko eines positiven Biopsiebefundes war unabhängig davon, wie sehr sie sich körperlich verausgabt hatten.

Wie die Autoren betonen, hatten die Teilnehmer beider Gruppen im Schnitt gleich viel Sport getrieben. Insgesamt waren an der Studie 307 Männer beteiligt, die sich zwischen Januar 2007 und Juni 2011 einer Prostatabiopsie unterzogen hatten.

47 Prozent der Teilnehmer waren schwarz, 53 Prozent weiß. Die Biopsie hatte bei insgesamt 41 Prozent einen Tumor ergeben, davon wurden 43 Prozent als hochgradig eingestuft.

Bei den Männern mit der Diagnose Prostatakrebs war das Risiko eines bereits hochgradigen Tumors unter den "Sportlern" deutlich geringer, aber auch dies galt wieder nur für die Patienten mit heller Hautfarbe (p = 0,01). Bei den dunkelhäutigen Patienten ergab sich hier lediglich ein nicht signifikanter Trend (p = 0,25).

Warum der präventive Nutzen von Sport im Hinblick auf das Prostatakarzinom von der Ethnie abhängen soll, bleibt ungeklärt.

Möglicherweise liege der Schlüssel im unterschiedlichen Hormonprofil, spekulieren Singh und Kollegen. Diese Mechanismen gelte es in weiteren Studien zu erforschen. (EO)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

So schützen sich Krebskranke vor Stigmatisierung

Wer an Krebs erkrankt, muss sich auch mit der damit verbundenen Stigmatisierung auseinandersetzen. Forscher raten zu gezielten Gegenstrategien. mehr »

Kassen rücken beim Arztinfo-System von der Steuerung via Ampel ab

Nutzenbewertungen neuer Arzneimittel durch den GBA finden bei Ärzten bisher oft nur wenig Beachtung. Ein Arztinfo-System soll das ändern. Der GKV-Spitzenverband hat dafür jetzt einen Prototypen präsentiert. mehr »

Sport tut den Gelenken gut - auch bei Multimorbidität

Selbst Arthrosepatienten mit schweren Begleiterkrankungen profitieren von regelmäßigem körperlichem Training. Es gibt allerdings eine Voraussetzung. mehr »