Ärzte Zeitung online, 06.11.2017
 

Neue Perspektiven

PSA-basiertes Screening ist nur ein Anfang

Kommentar von Thomas Meißner

Nun scheint es endgültig festzustehen: Ein PSA-basiertes Prostatakarzinom-Screening kann Leben retten. Das hat die gemeinsame Auswertung der europäischen und US-amerikanischen Mega-Studien ERSCP und PLCO zu dem Thema ergeben. Die deutschen Urologen werden vermutlich bald ein organisiertes und kassenfinanziertes Screening fordern.

Bleiben zwei Fragen: Wie bekommt man das so hin, dass keine Übertherapie stattfindet? Und: Werden die Männer mitspielen? Weniger operieren, mehr aktiv überwachen, lautet ein Rezept. Dazu bräuchte es jedoch ein deutlich gesteigertes Gesundheitsbewusstsein von Männern. Im Moment wollen es viele lieber nicht so genau wissen. In einem Projekt der baden-württembergischen AOK lehnte die Hälfte der Männer die Messung des PSA-Werts ab. Wichtig ist, dass alle beteiligten Ärzte in Sachen PSA einheitlich argumentieren. Nur so kann Verunsicherung abgebaut werden.

Perspektivisch werden die diagnostischen Möglichkeiten noch deutlich besser werden: MRT, computergestützte Bildauswertung, gezielte Fusionsbiopsie seien als Stichworte genannt. Lokal begrenzte Karzinome werden zunehmend organerhaltend entfernt werden können. Den früh erkannten, noch kleinen Krebsherd komplikationsarm loszuwerden, das wird Männer motivieren, zur Vorsorge zu gehen!

Lesen Sie dazu auch:
Prostatakrebs: Auf Ablehnung folgt Wohlwollen für PSA-basiertes Screening

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