Ärzte Zeitung online, 01.09.2008

85 000 Euro für Forschungen zu Hirntumoren bei Kindern

HEIDELBERG (eb). Die Erlöse der diesjährigen Charity-Tour des Radtreffs Rhein-Neckar - 85 000 Euro - gehen an Dr. Stefan Pfister vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Der Arzt entdeckte bei Hirntumoren von Kindern Hinweise im Erbgut der Krebszellen, die eine Vorhersage des Krankheitsverlaufs ermöglichen.

Mithilfe dieser Erkenntnis kann in Zukunft die Behandlungsmethode individuell angepasst werden. Die Ergebnisse eröffnen außerdem neue Ansätze für spezifische und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten.

Die Therapie-Intensität kann verringert werden

Wenn Kinder an Krebs erkranken, ist eine sichere Beurteilung der Erkrankung entscheidend: Gibt es Hinweise auf ein gutes Ansprechen auf die Behandlung, kann die Therapie-Intensität verringert werden, etwa indem die Strahlendosis reduziert wird. Damit sollen für die Kinder Nebenwirkungen und eventuell gefährliche Spätfolgen minimiert werden. Ärzte und Wissenschaftler suchen daher intensiv nach so genannten molekularen Markern, die eine Vorhersage des Krankheitsverlaufs erlauben.

Pfister analysierte Tumoren molekulargenetisch

Pfister aus der Abteilung Molekulare Genetik im Deutschen Krebsforschungszentrum analysiert die molekulargenetischen Eigenschaften der drei häufigsten Hirntumoren des Kindesalters, des Medulloblastoms, des niedriggradigen Astrozytoms und des Ependymoms. Pfister, der zugleich als Assistenzarzt in der Angelika Lautenschläger-Kinderklinik des Universitätsklinikums Heidelberg arbeitet, zeigte gemeinsam mit seinen Kollegen, dass der Schweregrad der Krankheit von der Aktivität bestimmter Gene in den Krebszellen abhängt.

Mit diesem Wissen können die Ärzte in Zukunft gleich bei der Diagnosestellung die Intensität der Behandlung dem individuellen Risiko des Patienten anpassen. Außerdem eröffnen Pfisters Ergebnisse Ansatzpunkte für neue zielgerichtete Therapien.

Charity-Tour geht seit 1999 an den Start

Die Organisatoren der Charity-Tour des Radtreffs Rhein-Neckar, die seit 1999 auf Initiative von Manfred Lautenschläger an den Start geht, waren von den Ergebnissen von Pfister und Kollegen beeindruckt. Daher soll der Erlös der diesjährigen Tour dem jungen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zugute kommen.

Diese Entscheidung ist auch ganz im Sinne der Initiative "Tour der Hoffnung", die mit Radsport-Veranstaltungen Spenden für krebskranke Kinder sammelt und damit die bei der Charity-Tour eingenommene Summe verdoppelt. So kann Pfister einen symbolischen Scheck über die stolze Summe von 85 000 Euro für seine Forschungsarbeit im Empfang nehmen.

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