Ärzte Zeitung online, 25.08.2009

Glioblastom auch bei alten Menschen aggressiv angehen!

SEATTLE (hem). Obwohl Glioblastome die häufigsten Hirntumore sind und mindestens die Hälfte der Betroffenen älter als 65 Jahre ist, gibt es für ältere Patienten keine allgemein anerkannten Therapiestandards. Auch prognostische Faktoren für Ältere wurden bislang nicht gut eruiert. Neuere Untersuchungen lassen nun auch bei Älteren ein aggressiveres Vorgehen als sinnvoll erscheinen.

In einer Untersuchung von 394 Patienten mit Glioblastom (Durchschnittsalter 72 Jahre) stellte Dr. Fabio M. Iwamoto aus Bethesda in Maryland fest, dass die mediane Überlebenszeit bei den Betroffenen lediglich 8,6 Monate betrug. Bei genauerer Differenzierung der Risiken stellte sich jedoch heraus, dass auch diese älteren Patienten von einer aggressiveren Behandlung profitierten. So war die Sterberate bei denjenigen, die eine adjuvante Chemotherapie erhielten gegenüber denjenigen, die nur mit Radiotherapie behandelt wurden, im Untersuchungszeitraum um 65 Prozent geringer, so Iwamoto auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) in Seattle in den USA.

Analog zu Studien bei jüngeren Patienten mit Glioblastom waren auch hier das Alter der Patienten, ihre klinisches Gesamtbild und das Ausmaß der Tumorresektion wichtigste prognostische Faktoren. Auch wenn die Überlebenschancen bei älteren Patienten geringer ausfallen, sollte man gerade deshalb auch bei ihnen aggressive Behandlungsformen erwägen, einschließlich chirurgischer Eingriffe, Radiotherapie und Chemotherapie, sagte Iwamoto.

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